Letter to all those grown-up presidents and leaders of the world ...

Imagine ... a last cry ...

Imagine all that silent loneliness around yourself in a late and dark night. Are you feeling, there is just nothing, ... nothing else but a murdering emptiness. Not a single light to be seen.

Imagine, while walking through that late darkness a little child dressed up with nothing more than it's innocent soul appears. A child, so innocent and looking you with it's bleeding eyes.

Imagine you suddenly remember the face of the tenderly aged child being the one child, that once lived in the neighborhood. Some years ago? Some days ago? Only some moments ago ... or even just now, in this moment?

Remember that neighborhood? Only a few steps upstairs the apartment on the other side of the corridor. There this inconspicuous couple lived with it's children?

Silent at day ... and screaming at night?!

You remember ...?

Imagine now, how the father tortured, abused, beat up his wife an his children over and over again. Destroying all of their childhood, destroying all of their souls, destroying all of their happiness.

Remember how everyone in the neighborhood whispered about that horrible screams resounding through the hole building again and again? How everyone told, how upset and disturbed he was?

Remember, nobody ever intervened?! Even that last day, when that bastard of a father slaughtered his entire family ... That day, the silence came back to the darkness of the late night!


Imagine, you're still walking through the late night on your way to anywhere and the little child is still watching at you. A child that would like to ask for some little help ...

... but a last scream is the only sound left over!

Imagine, we would enlighten in OUR world for every abused, tortured and slaughtered child a candle ...
Imagine, how the darkness on OUR world would then disappear, candle after candle ...

Imagine, how it might feel to YOU, if YOU should be one day such a candle ...

You feel it? You really feel it? Yes?

So, then now answer me one single question: Why you, just You, didn't stopped it? All over the world just now and today?! Or was YOUR childhood so betrayed and frighten?

Imagine all these innocent children all over the world, not only in countries like Kongo, Afghanistan, Mexico, ... or actually Syria ... All these cruel pictures of destroyed happiness ...


Imagine all the candles for every abused and slaughtered child ... how bright the world would be shining ... like a star ...

Text & Lyrics by LeonieC.

 

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Neulich in der S-Bahn ...

Es ist Wochenende und ich sitze in der S-Bahn Richtung Innenstadt. Ein gemütlicher, erntspannter Abend soll es wieder werden. Eigentlich ist es vollkommen egal, was für ein Wochentag es ist, oder welche Tageszeit. Hier in der großen, hektischen Stadt bin ich zumeist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Das ist auf diese Art und Weise so viel bequemer. Man braucht erst gar nicht umständlich einen Parkplatz suchen oder ins kostenpflichtige Parkhaus fahren, um dann eh zu Fuß bis zur Location laufen zu müssen.

Eine Station nach mir steigt ein junges Pärchen hinzu und setzt sich auf der anderen Seite des Gangs auf die blau-karierten Plätze. Naja, och Gott, wie alt werden die beiden gewesen sein? Er übrigens eindeutig mit islamischen Migrationshintergrund. Vielleicht so Mitte Zwanzig? So gut kann ich das nie wirklich abschätzen. Sie unterhalten sich. Er sieht zu mir rüber und sie unterhalten sich ...  Sie fangen an sich über mich zu unterhalten.

Er zu ihr: "Ist das ein Mann oder eine Frau?" "Das weiß ich doch nicht." "Ich möchte das aber jetzt wissen!" "Du, laß die doch bitte in Ruhe. Die hat dir doch nichts getan." "Ja, aber es interessiert mich. Ist das ein Mann in Frauenklamotten oder was ist das?" "Ist doch egal. Das geht uns doch nicht an. Jeder kann doch anziehen was wer will."

So und ähnlich setzt sich deren Gespräch fort. Von S-Bahn-Station zu S-Bahn-Station ... Es beschäftigt ihn, zweifelsohne, sehr, was ich denn nun sein könnte. Ein Mann in Frauenklamotten etwa? Oder doch eine Frau? Oder was sonst? Irgend so ein Verrückter in Frauenklamotten? Oder doch eine Schwuchtel? Hopla, jetzt haben wir es; nein, nicht mich, sondern dieses Wort. Auch, wenn er dieses Wort nicht benutzt, noch nicht?, ahne ich, es geht genau darum! Seine Blicke, die mich immer wieder ganz unverstohlen mustern, verraten es mir; verraten mir seine Gedanken, seine Zweifel: "sitzt da ein Mann in Frauenklamotten? Sitzt da eine Schwuchtel?"

Kurz vor Hauptbahnhof fährt die S-Bahn in den Tunnel ein und verschwindet unter der Stadt mit ihren zahlreichen Bürohochhäusern. Es ist bereits spät und draußen entsprechend dunkle Nacht. An der Haltestelle 'Hauptbahnhof' werde ich aussteigen, weil ich noch auf eine coole Faschingsparty gehen möchte. Und, während die S-Bahn von der Galluswarte kommend in den Tunnel herabfährt, stehe ich bereits auf und wende mich den beiden zu:

"Männer und Frauen unterscheiden sich, oder?" frage ich ihn und blicke mit meinen Augen direkt in die seinen. "Männer haben etwas zwischen den Beinen und Frauen nicht, oder?!".; er nickt, während ich fortfahre: "Siehst Du, und ich, ich habe vor etwa zwei Jahren so eine OP gemacht und habe auch nichts zwischen den Beinen. Also bin ich doch eine Frau und kein Mann in Frauenklamotten; oder?" Seine südländischen Augen strahlen, er freut sich und zu seiner Freundin gewandt: "Siehst Du, mehr wollte ich doch gar nicht wissen."

Die kurze Strecke bis zur vollständigen Einfahrt der S-Bahn in die unterirdische Haltestelle unterhalten wir uns noch etwas. Über das Mann- und Frausein, über diese OP und den Mut, den es dazu braucht usw. Wir verabschieden uns, weil ich aussteigen möchte und er sagt zum Abschied: "Du, ich finde das echt voll Klasse, daß Du so offen damit umgehst. Echt geil und cool, wie Du dazu stehst." Beide lächeln mich an, wir wünschen uns gegenseitig noch einen tollen Abend und dann stehe ich auch schon auf dem Bahnsteig. Die S-Bahn fährt weiter, mit ihr die beiden jungen Leute und ich, ich verlasse guter Laune die Station.


Es kann so wunderschön sein, wenn eine dünne Eisschicht bricht und sich Menschen, so unterschiedlich sie sein mögen, friedlich begegnen. Ja, ich bin anders. Und, das ist auch gut so; zumindest für mich. Dazu stehe ich. Zu sich selber stehen, authentisch sein, das findet Achtung und Respekt.

LeonieC.

1 Kommentar 19.5.12 11:33, kommentieren

Zum 1-Jährigen der Offenen Bühne

Meine Geschichten reflektieren ja meistens meine Erfahrungen, Teile meines Lebens und des Lebens anderer, oftmals mit einem nachdenklichen Farbton unterstrichen. Leicht melancholisch angehaucht, zuweilen aber auch mit bildgewaltigen Gleichnissen. Doch, meine zweite Geschichte für heute Abend ist eigentlich keine wirkliche Geschichte ...

Vor bald sieben Jahren nahm meine Reise, wie ich meine Zeit hier auf der Erde betrachte, eine drastische Wendung, als ich endlich zu mir selber als Frau fand und kurz darauf hierher nach Frankfurt umzog. Mittlerweile kennen mich nicht wenige ... als diese unverblümte, kritische, zum Teil vorlaute und direkte Transe, als diese schräge, queere Künstlerin mit ihren oft bissigen und bösen Kommentaren z.B. auf Facebook oder auch anderswo.

Brigitte kennt mich diesbezüglich ja bereits nur allzu gut ... Und so manch ein anderer auch. Nein, diese zweite Geschichte soll eigenbtich weniger Geschichte werden. Aber, was schreibt man als Geschichtenschreiberin, wenn man keine Geschichte schreiben möchte? Daher fange ich hier jetzt noch einmal von ganz vorne an:

Vor ca. sechs Jahren kam ich, wie bereits erwähnt, hier nach Frankfurt. Ganz alleine, ohne eine einzige Menschenseele zu kennen, sofern es überhaupt Seelen in einer derart hektischen, unruhigen, vibrierenden Stadt geben kann, wie Frankfurt es mit all seinen faszinierenden Hochhäusern und Glasfassaden so ist. Nein, oder ja, ich liebe irgendwie diese Stadt mit all ihren Widersprüchen und Kontrasten.

Zunächst wohnte und arbeitete ich im weit entfernten Westen Frankfurts, bevor ich Martini kennenlernte, meine Herz-Allerliebste und nach Rödelheim übersiedelte. Durch meine damalige Freundin Anja, die mich in die Frankfurter Szene einführte, (wie das so klingt), lernte ich auch zum ersten Mal das Switch kennen, wie viele das Switchboard nennen.

Was war das Switch zu jener Zeit, gerade mal fünf bis fün-einhalb Jahre vorbei, eine langweilig arg vor sich hindümpelnde Location. Unattraktiv, öde, fast schon ... Wer wollte hier eigentlich sein? So trist, so leer ... Ja, so kann es zuweilen ergehen.

Die Zeit vergeht und mit ihr kommt der Wandel. Heute Abend sitzen wir hier im Switch und genießen wunderbare Abende oder NAchmittage. In einem Switch, wie es neu erblüht ist. Wie es damals niemand gesehen hätte. Dahinter stecken viele, zahlreiche Hände, viele Stunden Arbeit, Dekoration und Ideen von vielen Leuten. Nein, nicht nur Frankfurt hat sich in all den Jahren mächtig verändert, auch das Switch mit seinen vielseitigen Veranstaltungen.

Ganz besonders hat es mir, zugegeben, die Offene Bühne angetan. Eine ganz besonders schöne Veranstaltung unter der Moderation von Thomas, dem Sprößling aus dem Hause Wiese. Es sind wunderbare Abende mit vielen interessanten und inspirierenden Künstlern. Künstler, die alle etwas vortragen, egal ob Sketch, ob Lieder, ob Opernarien oder Gedichte und Kurzgeschichten ... Keine Weltberühmtheiten, obwohl schon so manche Weltberühmtheit gleichermaßen klein angefangen hatte ... Aber dennoch Künstler mit Herz und Leidenschaft, die hier auf der Bühne stehen und die große Welt spüren lassen.

Da gäbe es viele Namen zu erwähnen, Amanda, Carlos, Hubert, Olaf, Andre, Leonora und viele, viele andere, die mir jetzt s0 spontan leider gar nicht alle einfallen wollen.

Doch, was wäre das Switch, was wäre diese Offene Bühne, was wären wir Künstler ohne Euch. Ja, was wären wir ohne Euch, die ihr da den ganzen Abend auf den plätzen sitzt und uns zuhören müßt? Uns vielleicht sogar ertragen müßt? Leute, laßt Euch eines mal sagen: Ihr seid wirklich ein ganz phantastisches Publikum.

Und heute Abend möchte ich daher nicht nur der Offenen Bühne und dem ganzen Team um Thomas herzlich zum 1-Jährigen Jubiläum gratulieren, sondern vor allem Euch, dem besten Publukim überhaupt.

In diesem Sinne: auf ein weiteres Jahr mit der Offenen Bühne, mit uns den Künstlern und, vor allem, mit Euch.

Danke,

Leonora Cassandra

1 Kommentar 28.4.12 19:20, kommentieren

Bienenstich

Nach einem Rezept meiner Ur-Großmutter:

Für den Teig benötigt man:

220 g Dinkelmehl Type 630 (oder Weizenmehl Type 550), 30g gemahlene Mandeln (oder Nüsse), 30 g Süße (halb Honig/ halb Zucker), 35g Butter, 1 Würfel frische Hefe, ca. 30 ml kühle Frischmilch, 1 ganzes Ei, 1 Tl. Speiseöl, 1 Prise Salz (ca. 5 g), etwas Mandelöl, etwas Vanille, etwas Pfeffer (gemahlen), etwas Muskatnuss (gerieben).

Zubereitung:

- Vorteig: alle trockenen Zutaten (also Mehl, gemahlene Nüsse, Zucker, Salz, Gewürze) in eine Schüssel geben, gut mischen und eine kleine Mulde machen. Die Milch hineingeben, dann die Hefe hineinbröckeln und dann mit ein wenig von dem Mehl zu einem Vorteig glatt verühren.

Den Vorteig zugedeckt mindestens 1 Stunde abstehen lassen.

- Teig: alle übrigen Zutaten (Butter, Honig, Ei, Öl, ...) dazugeben und zu einem glatten Hefeteig verarbeiten. Von Hand: gut durchkneten. Den Teig abgedeckt stehen lassen und vor dem Ausrollen noch einmal gut zusammenkneten. Etwas entspannen lassen, ausrollen und in eine runde (Spring)Form geben.

- Hinweis: alle Zutaten, bis auf die frische Milch, sollten Zimmertemperatur haben; also evtl. entsprechend vorher aus dem Kühlschrank holen (Butter, Ei)

 

Für die Bienenstichmasse benötigt man:

60g Honig, 60 g Zucker, 100 g Butter, 120 g gehobelte Mandeln (oder Nüsse), etwa 20 ml frische Milch (oder Sahne).

Zubereitung:

(Vom zeitlichen Ablauf her idealerweise während der Teig nach dem zweiten Kneten entspannt, ausgerollt und in die Form gelegt wird ...). Honig, Zucker und Butter in einem Topf unter ständigem Rühren langsam erhitzen. Wenn es langsam anfängt zu "kochen", sofort die gehobelten Mandeln dazugeben und SEHR gut verrühren. Zum Schluß die Milch dazugeben, weiterrühren und dann auf dem ausgerollten Teig gleichmäßig verteilen.

Backen:

Den Kuchen aufgehen lassen, dann in den Backofen stellen und diesen dann erst einschalten: auf 200 °C. Ca 30 min Backzeit, je nach Ofen, Temperatur ...

Nach dem Backen den Kuchen, so lange er noch heiß ist, sofort aus der Form nehmen und auf einem Gitterrost gut auskühlen lassen. Dann vor dem Füllen mit der Füllcreme etwa 2/3 über dem Boden einmal quer druchschneiden.

 

Für die Füllung benötigt man:

750 g frische, süße Schlagsahne, 50g Zucker, etwas Mandelsirup (alternativ: Mandellikör), etwas Speisestärke

- Zubereitung: Die Schlagsahne zusammen mit dem Zucker steif schlagen, dabei etwas Speisestärke zugeben und mit dem Mandelsirup abschmecken.

- Füllen: Die Sahnecreme auf den unteren Tortenboden gleichmäßig verteilen, am Rand mit einem Dressierbeutel mit Sterntülle schön dekorativ. Mit etwas gehobelten Mandeln bestreuen und dann den oberen Tortenteil vorsichtig obendrauf legen.

- Tip: den oberen Tortenteil VOR dem Auflegen auf die Füllcreme bereits gut anschneiden.

- Hinweise: wer Arbeiten mit Sahne nicht gewohnt ist, kann auch Sahnesteif verwenden oder ein Cremepulver (die meistens mit herkömmlicher Milch aufgeschlagen werden).
Mandelsirup gibt es z.B. von der Firma Monin.

 

Für Allergiker:

Prinzipiel lassen sich auch laktosefreie Zutaten, glutenfreies Mehl und Diabetiker-Zucker verarbeiten.

Bei glutenfreien Mehlen empfiehlt es sich dann, eine entsprechende glutenfreie Mehlmischung für Kuchenbacken geeignet aus dem Reformhaus zu verwenden.

Auch für Diabetiker gibt es inzwischen zum Backen geeignete Diabetiker-Zucker; wer Fruktose verwenden sollte, beachte, daß dann beim Backen der Kuchen schneller bräunt. Demzufolge weniger Fruktose nehmen und die Ofentemperatur nicht ganz so hoch einstellen.

Die Verwendung laktosefreier Milchprodukte (Kuhmilch, Ziegenmilch, Schafsmilch) ist auf jeden Fall problemlos. Anstelle von Butter kann Margarine verwendet werden. Für den Hefeteig (Vorteig und Hauptteig) kann anstelle von Milch auch einfach Wasser genommen werden. Die Verwendung laktosefreie Milch-Ersatzprodukte auf pflanzlicher Basis sollte vorher ausprobiert werden. So lassen sich z.B. einige der Schlagpulver/ Cremepulver auch mit solchen Milch-Ersatzprodukten sehr gut aufschlagen.

Wer kein Hühner-(oder Vogel-)-Eiweis verträgt, kann das eine Ei im Hefeteig auch einfach weglassen. Dann etwas mehr Flüssigkeit (Milch oder Wasser) nehmen.

Wer Probleme mit Mandeln/ Nüssen hat, kann im Hefeteig die gemahlenen Mandeln/ Nüsse einfach weglassen und statt dessen mehr entsprechend mehr Mehl nehmen. Und anstelle der Bienenstichmasse kann man eine "falsche Bienenstichmasse" mit Kokosraspeln oder sogar mit großblättrigen Haferflocken zubereiten. Das mag zwar im ersten Augenblich sehr ungewöhnlich erscheinen, aber ist für Allergiker eine u.U. ideale Lösung.

Und, zum Abschluß für alle, die sich salzfrei ernähren: natürlich kann man im Hefeteig das Salz weglassen, sollte dann aber nur halb soviel Hefe verwenden und Vorteig sowie Hauptteig im Kühlschrank aufgehen lassen! und vor dem Backen den Ofen vorheizen.

1 Kommentar 28.4.12 15:14, kommentieren

Eiskalte Stille ...

Zu jener Zeit, also vor etwa fünf Jahren, war es geschehen. Ich erinnere mich noch ganz genau an jene Nacht, so klar und deutlich, als wäre sie erst letztens gewesen. Eine offene Bühne, nein, die gab es da noch lange nicht und einen Carlos oder einen Hubert, nein, beide kannte ich ebenfalls noch nicht. Dies, eben, ist so mancher Lauf des Lebens, unklar, unvorhersehbar und immer wieder für elegante Überraschungen gut. Also, vor etwa fünf Jahren, damals wohnte ich noch fernab der Innenstadt im entlegensten Westen der Stadt, als es mich endlich mal wieder hineinzog.

Hineinzog? Verlockte? Ja, es zog mich mal wieder in die tiefsten Seiten der Innenstadt. Samstag Abend, mein Abend, mein Samstag, ... voller Musik, voller Sehnsucht, voller Einsamkeit ... erfüllt von diesem unstillbaren Bedürfnis nach Leidenschaft und Tanz. Was soll ich Euch sagen? Den halben Nachmittag verbrachte ich natürlich erst einmal wieder vor dem Spiegel, um mich aufzubretzeln. Ach, was sage ich da ... ? Um Leonora Cassandra zu sein. Wenigstens für einen kleinen Augenblick, für einen Abend mich dem Traum hingeben, dieser wunderschönen und zugleich bittersüßen Illusion des Lebens. Meines Lebens. Aber, das, das wäre wirklich eine ganz, ganz andere Gechichte, diese Illusion des Lebens; meines eigentlichen Lebens, welches nie werden durfte ...

Es ward denn dann mittlerweile so gegen Abend, vielleicht 19 Uhr? Oder 20 Uhr? Als ich mich fertig gestylt auf den Weg machte, der tiefen inneren Versuchung meiner eigentlichen Leidenschaft folgend. Aus der Wohnung die wenigen Stufen der hölzernen Treppe hinab, rasch über die Straße und schließlich mit dem Bus Richtung S-Bahn und von dort in die Innenstadt. Südbahnhof. Ü-30 Party im Südbahnhof. Mein Ziel. My destination. Welch eine berauschende Nacht voller Musik, Leidenschaft, Hingabe ... und Tanz. Leonora Cassandra für einen Abend. Illusion einen Abend lang. Atmen, Leben für einen Abend. Für einen Abend dasein. Leonora Cassandra genießen, mich ihr vollkommen Hingeben, ... bis weit in die frühen Morgenstunden. Aber, die letzte S-Bahn mußte ich unbedingt noch erheischen, wollte ich die Nacht nicht irgendwo alleine auf den Straßen der Stadt verbringen. Knapp, knapp zwar, aber ich schaffte es und erwischte noch die S-Bahn, direkt am Südi, wie viele liebevoll "ihren" Südbahnhof nennen.

Hmm, ... so gegen zwei Uhr des frühen Morgens, es war mitten in der dunklen Nacht, fuhr die letzte S-Bahn in den Höchster Bahnhof ein. Endstation. Endstation für die letzte S-Bahn. Endstation und Feierabend für den S-Bahn-Führer. Endstation für die allerletzten Fahrgäste und Nachtschwärmer. Wer jetzt noch bis in den entlegeneren Westen von Frankfurt wollte oder mußte, nun, der mußte eben laufen. Diese sich ewig langziehende, gerade Straße an den ehemaligen Farbwerken entlang. Nachts, mitten in der Nacht, an dunklen Hauseingängen vorbei und schließlich jene kilometerlange Mauer aus zig-tausenden Backsteinen folgend.

Warum es sich so ergab, weiß ich auch nicht. Aber, irgendwie ward ich offensichtlich die letzte Person, die in jener Nacht dort am Höchster Bahnhof die S-Bahn verließ und Richtung Ausgang schlenderte. Noch ganz in Gedanken versunken mit wohliger, sanfter Müdigkeit. Wer den S-Bahnhof in Höchst kennt, der weiß, daß die Gleise auf einer hochgelegenen Trasse verlaufen und daher die Fahrgäste zuerst eine Treppe zur Unterführung hinabsteigen müssen, bevor sie zum Ausgang gelangen können. Ich war vollkommen alleine, andere Fahrgäste oder Passanten weder zu sehen, noch zu hören und schickte mich an, die Treppe nach unten zu nehmen. Mir fehlten vielleicht noch zwei, drei Stufen bis ganz unten in den Gang, der unter den Gleisen verläuft, als eine eiskalte, klare und messerscharfe Stimme zu mir sagte: "Du provozierst mich".

Da stand er, schlank aber muskulös, dunkelblaue Jeans, Turnschuhe, T-Shirt und schwarze Blousonjacke. Unverkennbar ost-europäische Gesichtszüge und Akzent. Also so einer, von denen man immer wieder so viel Böses in den Zeitungen ließt. So ein Typ, wie die, die immer mal wieder Passanten angreifen und brutal verprügeln. So einer, eben. Klar, man hört, bzw. ließt davon doch immer mal wieder in den Zeitungen. Und, was soll ich erzählen? Da stand er, reglos, wie ein einziger Eiszapfen, vollkommen kalt und sein noch kälterer Blick fixierte mich. Eiskalte Stille, so schneidend brannte sich durch den schmalen, jetzt aber erschreckend langen Gang. Das Eisfach einer Tiefkühltruhe wäre wahrscheinlich noch warm dazu.

Eiskalte Stille. Jeder, jeder kennt diese brutalen Videos aus diesen omnipräsenten, voyeuristischen Überwachungskameras, die dann später in den Nachrichten gezeigt werden. Videos, wo Passanten von Besinnungslosen angegriffen, verprügelt und getreten werden. Reglos, absolut reglos und ohne auch nur einen einzelnen Ton von mir zu geben, stand ich dort auf den letzten Stufen und meine Augen blickten wie gelähmt in seine Eiseskälte. Eiskalte Stille; reglos; kein Rascheln, nichts. Absolut nichts. Leer, einfach leer und kalt. Keine Worte, keine Gedanken, keine Zeit. Da war sie, diese eiskalte Fratze des Todes, zwischen ihm und mir. Der Hauch des Todes ...

"Ich habe eine schleichende, unheilbare Zellwucherung in meinem Körper und die Ärzte geben mir noch etwa fünfzehn oder siebzehn Jahre. Und, so lange mir das Leben noch gewährt, kostümiere ich mich gerne zum Tanzen und habe noch etwas Spass. Das ist alles, was mir geblieben ist," antwortete ich nach scheinbar unendlichen Minuten, so als wenn es das selbstverständlichste auf der Welt wäre. Und dann wieder diese eiskalte Stille.

Gefühlte Stunden, dabei waren es wahrscheinlich insgesamt nur wenige Minuten, oder gar Sekunden, als plötzlich eine leichte Bewegung sich in seinem Körper bemerkbar machte: "Du hattest mich halt provoziert; aber egal." Mit diesen wenigen, einfachen Worten drehte er sich ab und trottete von dannen in Richtung Ausgang. Seine beiden Kumpane, die sich vollkommen lautlos und unbemerkt von hinten die Treppe herab angeschlichen hatten, tauchten links und rechts von mir auf und folgten ihm. Trotz dieser eiskalten Stille hatte ich ihr Anschleichen die ganze Zeit nicht bemerkt gehabt.

Egal, was ihr jetzt auch immer denken möget, nein, diese Geschichte hat keine Moral. Und, nein, diese Geschichte hat auch kein Fazit. Diese Geschichte braucht keine weiteren Worte mehr, denn die Wahrheit braucht keine weiteren und unötigen Worte mehr. Nein, ich hege auch keinen Groll. Gegen wen sollte ich das auch? Ich war doch einfach nur ganz ehrlich und habe ihm die Wahrheit gesagt. Die Wahrheit meines Lebens, nicht mehr und nicht weniger.

Endstation Bahnhof Höchst. Endstation Leonora Cassandra.

1 Kommentar 27.4.12 18:28, kommentieren

Im Unterricht zu sitzen  - ich absolviere derzeit eine weitere Ausbildung zur Steuerfachangestellten -  und der Dozent kennt sich selber mit der Fach-Software nicht richtig aus, ist echt ätzend.

Langeweile hoch drei ist heute den ganzen Tag, also acht Stunden lang, angesagt ... Ergo verbringt man seine Zeit mit allerlei anderem ... hier im Internet oder so. Zeitungen habe ich schon fertig gelesen. Naja, bald ist der Unterricht vorbei. Gott sei Dank ...

Grummel ...

1 Kommentar 23.1.12 14:46, kommentieren

Tierlieb

Was habe ich in den letzten Tagen und Wochen nicht so alles vernascht, gefuttert und in Kalorien investiert. Meine Knie stöhnen und ächzen bereits unter einer verdächtigen Fülle meiner gewichtigen Taille. Dominosteine hier, Lebkuchen dort, Stollen sowieso und überall die verführerischsten Leckereien. Wer sollte da jemals wiederstehen können?

Doch jetzt, jetzt sitze ich top gestylt, oder besser gesagt, voll aufgebrezelt neben meiner Herz-Allerliebsten in einer dieser zahlreichen in-Locations mitten im Herzen der Frankfurter City. High-Heels zum Umfallen, knallroter Lipgloss, blondierte Lockenpracht und was so alles dazu gehört, ist man auf geile, wilde Party aus. Ach so, und nicht zu vergessen, der Zylinder, mein unvergleichliches Markenzeichen auf allen Partys.

Es sind die letzten, wirklich allerletzten Minuten und diese verbringen wir gemeinsam unter lauter enthusiastischen Partygästen. Die allerletzten Minuten bevor die Zeit des letzten der letzten Tage abläuft und auch diesen endlich seinem vergänglichen Schicksal zuführt. Der Sekt perlt in den Gläsern auf den kleinen Tischen vor uns, die Musik dröhnt unsere Ohren mit ultimativen Sounds zu, während dieses Jahr bedingunglos ausschleicht. Nach nun mehr 8760,46 Stunden des Wartens, des Arbeitens, des Krankseins, des Urlaubens, des Wäschewaschens,  ... kurz um, nach 365 Tagen wird diese Welt wieder ein Jahr älter und feiert frenetisch ihren Geburtstag. Überall, egal ob in Japan, in Cape Town, in New York oder hier in Frankfurt am Main. Pünktlich um Mitternacht kämpfen  überall die Glocken ziemlich vergeblich gegen zig-tausende Böller, Kracher, Wunderkerzen und Feuerwerksraketen an, um unter lauter Jubel Trubel schlußendlich das neue Jahr einzuläuten. Das Neue, es kommt immer wieder so gewiß und auf die Sekunde genau. Darauf ist und bleibt ein jedes Mal absolut Verlaß. Auf der ganzen Welt, auch hier vor der Türe der Location umarmen sich die Leute freudestrahlend, lachen sich an, prosten sich mit ihren Sektgläsern zu und schwören sich auf ihre Vorsätze für das anbrechende Jahr ein.

Wer kennt sie nicht? Wer hatte sie noch nicht? Die guten Vorsätze für's neue Jahr. Sie sind genauso unverwüstlich Bestandteil unseres Lebens wie der Alltag mit all seinen Unzuverlässigkeiten auch. Und, sie kommen garantiert ebenso jedes Jahr wieder, wie Silvester und Neujahr wiederkehren werden. Jeder kennt sie. Jeder hatte sie schon. Endlich mit dem Rauchen aufhören; endlich wieder für die sommerliche Bikinifigur fasten; endlich mehr Zeit für das Motorrad finden ... Nein, es gibt kein Buch der guten Vorsätze, es wäre schlichtweg zu dick. Und, seien wie mal ganz ehrlich, wer wöllte auch schon solch ein Buch sein eigen nennen wollen? Wo doch die meisten aller guten Vorsätze das gleiche Schicksal wie die Feuerwerksraketen, Böller und Kracher teilen. Nämlich von zwar wunderschön leuchtender aber doch unendlich kurzer Dauer zu sein.

Heute, ja, heute sind derweil schon drei Wochen ins Land gegangen, hat der Alltag mein Leben wieder voll im Griff und da erst fällt es mir auf: ich habe sie vergessen! Was? Na, die guten Vorsätze eben. Nein, ich habe sie nicht einfach an Silvester an irgendeiner Straßenecke verloren oder so. Ich habe mir schlichtweg keine gemacht. Keine guten Vorsätze, also. Wie konnte das nur passieren? Ausgerechnet mir? Jetzt sitze ich hier unter all den vielen Leuten, ob in der S-Bahn, ob im Kino oder hier im Switch und kann nicht mitreden. Nicht über die guten Vorsätze mitreden; und, war da nicht eben ein klitzekleiner Blick der Mißbilligung mir gegenüber? Denn, während alle anderen darum ringen, endlich ihren inneren Schweinehund zu überwinden, um ihre guten Vorsätze zu erreichen, kann ich mich jetzt bequem und voll unverhohlener Schadenfreude zurücklehnen.

Als ich die Tage über eine Kollegin neulich beim Verdücken etlicher ach so verführerisch schokoladiger Riegel bemerkte, konnte ich mir so ein gewisses Lächeln doch nicht mehr verkneifen. Ein fast schon fieses Lächeln. Ihre Bikinifigur geht schon baden, bevor überhaupt der Winterspeck abgeschmolzen sein könnte; geschweige denn ihre Vorsätze erreichbar zu sein scheinen. Ich dagegen, ich bleibe mir treu und vergesse weiterhin alljährlich die guten Vorsätze. Schließlich bin ich konsequent, ... konsequent tierlieb und könnte so etwas doch meinem inneren Schweinehund nie antun wollen ...

Tierlieb, wie ich eben bin ...

1 Kommentar 21.1.12 17:28, kommentieren

Why to suicide - (my) first reason

Warum, ich weiß es selber nicht, aber ich besitze tatsächlich diese besondere Fähigkeit, oder von mir aus auch Gabe, andere sowie deren Sein, deren Seele "in mir aufzunehmen"; wie ich es irgendwie versuche in Worte zu fassen. Eigentlich kann ich es nicht wirklich erklären, wieso ich diese besondere Fähigkeit habe oder wie sie funktioniert. Seit ich "denken" kann, bin ich mit dieser Besonderheit in mir aufgewachsen und vertraut. Diese Fähigkeit, sie ist einfach immer da. Immer, jeden Tag zu jeder Zeit.

Im Gespräch mit meiner Therapeutin spreche ich von einer ungewöhnlich tiefgehenden, ausgeprägten Empathie, oder auch von einer gewissen Art der emotionalen Synästhesie. Es ist ja so, als würde ich Gefühle und Gefühlswelten "sehen" können; nur, es ist kein "Sehen" wie mit den Augen, sondern ein Wahrnehmen, ein "Fühl-sehen" mit (meinen) (Ge)Fühl-"Augen".

Auf den Zusatzseiten meines hiesigen Blogs habe ich ja schon versucht, etwas mehr über diese Besonderheit zu schreiben und auch über das Thema Synästhesie.

Ich nehme wahr, was andere nicht wahrnehmen können, was anderen stets im Verborgenen bleiben wird. Aber, was macht man, was mache ich mit einer besonderen Eigenschaft, einer besonderen Fähigkeit, ... die in dieser ach so modernen, aufgeklärten Welt keiner versteht und auch scheinbar keiner gebrauchen kann? Wo mich alle immer nur anglotzen, als würde ich von irgendwelchen Märchen erzählen? Aber, es sind keine Märchen, keine eingebildeten Phantasien, von denen ich versuche, versucht habe, zu reden, zu erklären.

Und, diese Besonderheit in der emotionalen Wahrnehmung reicht sehr weit. Nehme ich die "Seele", das "Innenleben" eines anderen in mir auf, kann ich ja nicht nur seine Gefühle, seine emotionale Welt registrieren, sondern auch alle Veränderungen, die sich in ihm ergeben, AUCH auf körperlicher, organischer Ebene. Ich meine, das ist ja nun kein Witz und auch kein Blablabla, sondern Realität. Meine traurige Realität. Traurig deshalb, weil niemand sie hören will, weil niemand ihr glauben mag.

Ja, es gibt sogar nicht wenige, die mich ob dieser Fähigkeit hassen und verfolgen; mir den Tod wünschen. Kann ich doch dank dieser Gabe hinter die Fassade der anderen blicken, ohne daß diese es irgendwie verhindern könnten; kann ich deren wahres Gesicht, deren eigentliches "Ich" wahrnehmen, egal wie gut sie es verbergen oder tarnen würden.

Dabei verfolge ich nie eigennützige Ziele mit meiner Fähigkeit, zumal ich per se unfähig bin, zu lügen, die Unwahrheit zu erzählen. In meinem ganzen bisherigen Leben habe ich nie ein einzigstes Mal weder meine Gabe selbstsüchtig ausgenutzt, noch die Situation anderer mißbraucht oder zu deren Nachteil agiert. Anderen zu schaden, ihnen absichtlich weh tun, sie über den Tisch zu ziehen oder dergleichen ... Das hat es in meinem ganzen Leben nie gegeben und wird es auch nicht.

Nein, mit meiner Gabe habe ich nie anderen geschadet und könnte es auch nicht. Und, diese Gabe geht, nachgewiesenermaßen, sehr weit. Denn, körperliche oder organische (also somatische) Veränderungen im Körper eines jeden Menschen beeinflussen unbewußt auch dessen innere Gefühlswelt, ohne daß er selber es merkt oder sich dessen bewußt würde. Aber, ich kann diese Veränderungen wahrnehmen, "fühl-sehen" ... und präzise Auskunft geben. Es ist (leider!) keine Lüge: ich habe bei anderen Personen auch exakt innere Erkrankungen "fühl-gesehen" und damit "diagnostiziert", ohne selber Ärztin zu sein. Die Ärzte haben dies in der Folge dann lediglich bestätigt ...

Man weiß ja aus zahlreichen Untersuchungen, daß z.B. eine Mutter, wenn sie Nachts schläft, genau "spürt", "fühlt", wenn es ihrem Baby schlecht geht ... selbst dann, wenn das Baby in einem anderen Raum hinter verschlossener Türe liegt und man das Weinen des Babys akustisch nicht wahrnehmen kann. Wieso das so ist? Vielleicht, weil es eine emotional tiefe Bindung zwischen Mutter und Baby gibt und deren innere "Uhren" dadurch synchron(isiert) laufen? So ähnlich kann man sich dies auch bei meiner Gabe vorstellen, auch wenn ich keine eigenen Kinder habe und die anderen ja nicht meine Kinder sind.

Aber, wie gesagt: was soll diese Gabe in mir? Warum habe ich sie? Warum ausgerechnet ich? Ich empfinde es zunehmend wie einen Fluch, mit solch einer Besonderheit leben zu müssen. Eine Gabe, die keiner benötigt, die oftmals belächelt und irgnoriert wird oder, im Gegenteil, derer wegen ich u.U. gehaßt, zurückgewiesen und gar verfolgt werde!? Eine Gabe also, die niemand braucht?! Daher ja auch mein Name "Cassandra".

Der Fluch der Cassandra ... Sie, die Wahrsagerin, die den Untergang Trojas vorher sah und vorhersagte, doch niemand schenkte ihr Glauben. Bei dieser Geschichte, bei diesem Gleichnis vergessen viele aber eines: der Fluch der Cassandra bestand darin, daß niemand ihren Wahrnehmungen zu glauben vermochte. Opfer des Fluches hingegen war nicht Cassandra selber, sondern Opfer wurden die Trojaner, also all jene, die ihrer (Cassandra's) Wahrnehmung nicht glaubten.

Egal, wie auch immer ... mein Leben und meine Gabe sind nun einmal Eins; eine untrennbare Einheit und abschalten oder ausschalten geht leider auch nicht ... Außer eben: der Tod! Er löst sicherlich nicht die Probleme, oder den Schmerz, oder das Leid, oder die Einsamkeit, oder den Unglauben der anderen, ... aber er setzt alledem ein Ende!

That's (my) first reason! The second one will follow soon!

Leonora

2 Kommentare 7.11.11 14:22, kommentieren

Das Glück - in sich glücklich sein

Wow, ... was für ein Titel. "Das Glück - in sich glücklich sein". Da werden jetzt garantiert ganz große Erwartungen geweckt. Ich meine, ich hätte ja auch den Titel für heute etwas anders wählen können. So beispielsweise "Vom Glück - in sich glücklich sein", oder "Über das Glück - in sich glücklich sein". Aber nein, so bin ich eben. Bei mir, da muß jedes Wort wohl überlegt und mit Sorgfalt reflektiert sein. Ach, was sage ich da ... Jedes Wort? Nein, nicht nur jedes Wort, sondern jeder Satzbau, jedes semantische Bruchteil erscheint nicht dem inneren Zufall überlassen zu werden können.

Leute, ja ich weiß es doch selber. Meine kurzen Geschichten, nun, die sind eben immer etwas nachdenklich reflektiert und mit so einem gewissen Touch an Melancholie versehen. Nicht so locker leger und amüsant zum Schmunzeln, ja zum Lachen, wie bei Holger von den "Pösen Puben" und seinem genial-kultigem Buch, aus dem er uns hier vor drei Wochen vorgelesen hatte. Das war geil; das Buch mußte ich mir natürlich sofort kaufen ... Und, ich freue mich jetzt schon darauf, von Holger noch mehr zu lesen.

Jetzt sitze ich hier und lese Euch etwas über "Das Glück - in sich glücklich sein" vor. An einem Samstag Abend, ausgerechnet, wo die Leute nach harter, mühseliger Arbeit der Woche doch eigentlich eher entspannen würden wollen, ... oder lachen, ... oder Party feiern, ... So bin ich eben.

Aber, wieso ausgerechnet "Das Glück - in sich glücklich sein"? Ein schier unendliches Thema, zu dem sowieso schon so zahlreiche Abhandlungen verfaßt worden sind, von berühmten Philosophen der Antike, wie Konfuzius, Platon oder Diogenes, über Gelehrte des Mittelalters, wie die Äbtissin Mathilde von Essen bis in die heutige Zeit hinein. Nicht zu vergessen "Der kleine Prinz" sowie dessen nicht minder berühmte und berüchtigte "kleine Schwester".

Neulich, also vor etwa drei Wochen, da bekam ich Besuch von meinem langjährigen Jugendfreund aus Spanien. Seit über dreiunddreißig (33) Jahren kennen wir uns nun schon. Damals, in Madrid, wo wir uns zum ersten Mal begegneten, waren wir noch zwei ganz junge, pubertierende Teenager. Wow, ... was für ein attraktiver, gut aussehender Mann ist in all den Jahren aus ihm geworden! Leute, glatt zum Sich-verknallen ... Hach, würde ich doch nur auf Männer stehen, ... die geilste Romanze meines Lebens wäre nicht mehr ausgeschlossen ... Ach, was schreibe ich da? Wohl möglich die geilste Romanze der gesamten Menschheitsgeschichte ... Selbst ein Don Juan oder ein Giacomo Casanova wären vor Neid glatt verblaßt.

Bescheidenheit? Nein, Bescheidenheit geht mit hier vollkommen ab. Wer mich kennt, dem dürfte meine fresche und unersättliche Arroganz nicht ganz unbekannt geworden sein. Auch das bin ich!

Das besondere an der Situation war, daß wir, also mein Jugendfreund und ich, daß also wir seit etwa elf (11) Jahren den Kontakt leider verloren hatten und erst durch einen wundervollen Zufall wieder gefunden haben. Beim Aufräumen und Aussortieren alter Unterlagen entdeckte ich einen alten Brief von ihm, den er mir damals geschrieben hatte. In diesem Brief standen auch eine alte Telefon- sowie eine alte Handy-Nummer und, als ich ganz vorsichtig, ja fast zögerlich die eine Nummer anwählte, man mag es kaum glauben, aber beide Nummern waren noch immer die seinen. In all diesen Jahren änderte er nie seine Telefon- oder Handy-Nummer, weil er stets darauf hoffte und wartete, wir würden uns wieder finden!

Einfach eine ganz irre Situation.  Man, Leute, Ihr müßt Euch das erst einmal vorstellen ... Vor elf (11) Jahren, also im Jahre 2000, verlor sich unsere gemeinsame Spur in den Wirren des Alltags. Genauer gesagt, in den Wirren meines damals schier lebensunfähigen Alltags. Und, hätte ich nicht durch wahrlich puren Zufall diesen alten Brief gefunden, ... Nicht auszudenken, wie traurig die heutige Kurzgeschichte zu dem  Thema "Das Glück - in sich glücklich sein" geraten wäre.

Das eigentlich ganz Irre an dieser Situation war aber etwas ganz Anderes und Besonderes. Denn, als ich  - fast wieder so schüchtern wie damals in meiner Jugend -  meinen Jugendfreund anrief, wußte er ja noch nicht, daß ich ja inzwischen seit nun sechs (6) Jahren eine "Transe", also als Frau (Transgender) lebe, und bereits seit etwa ein-einhalb Jahren postOP bin.

Selten, ganz, ganz selten in meinem obsoleten Leben habe ich mich jemals dermaßen über ein Wiedersehen gefreut, wie dieses! Ich könnte heulen vor Freude. Selten war ich innerlich so aufgeregt, wie die letzten Tage bis zu seinem Besuch, neulich, hier bei mir in Frankfurt, ... Hier, in meinem neuen Leben. Fragen, Zweifel, Ängste einerseits, Freude, Wünsche, Hoffnung andererseits. Wie würde er darauf reagieren, daß ich ja doch eine Frau bin? Leute, er kannte mich ja bisher ausschließlich als Junge, als Mann. Bis zu meinem Anruf wußte Er ja partout nichts davon, daß ich inzwischen als die Frau lebe, die ich zweifelsfrei bin; eigentlich von Geburt an war, bin und hätte sein sollen.

Es war Dienstag Abend, als er, mit dem Flugzeug aus Madrid nach Frankfurt kommend, endlich vor meiner Wohnungtüre stand und wir uns hoch erfreut und ganz herzlichst in die Arme nahmen. Es folgte ein wunderschöner Abend, es gab natürlich unendlich viel zu erzählen, zu berichten ... und, ja klar Leute, er übernachtete auch bei mir. Äähm, ... bei uns. Natürlich.

Nein! Und, um Eure fragenden Blicke sogleich zu beantworten: nein, wir haben nicht im selben Bett zusammen geschlafen. Auch nicht getrennt im selben Bett ... Leute, ich bin zwar eine Transe, vielleicht inzwischen auch ein Enfant terrible, aber immer noch auch eine Frau von Ehre und Anstand sowie ohne Tadel. Naja, zumindest solange ich nicht so ganz alleine bin; gelle?

Am darauf folgenden Tag nahm er mich dann noch in seinem Mietwagen zu meiner Umschulung mit. Er hatte noch einige berufliche Termine in Stuttgart wahrzunehmen, bevor er wieder nach Madrid zurückfliegen würde. Und, während dieser Fahrt quer durch Frankfurt und den zähen Berufsverkehr, ja genau dann, dann fragte er mich DIE Frage aller Fragen. Die Frage aller Fragen! Nein! Und wieder nein ... nicht DIESE Frage, an die Ihr jetzt sicherlich zu denken glauben möget. Nein, er hielt nicht etwa um meine Hand an ... Wieso auch? Hallo? Wir sind Freunde seit unserer Jugend, ... da hält man nicht mehr um die Hand des anderen an. Auch dann nicht, wenn der eine der beiden anderen sich doch als Frau herausgestellt haben sollte.

Im Leben einer Transe, zumindest in meinem Leben als Frau und Transgender, gibt es DIE zwei Fragen überhaupt! Es mag vielleicht auch an meiner offenen, unkomplizierten Art liegen, mein Andersein, mein Transe-sein zu leben. Die beiden häufigsten Fragen, die ich in den vergangenen sechs (6) Jahren gestellt bekommen habe und immer noch gestellt bekomme ... Also, die zwei "DIE Frage überhaupt" sind ...

"Fühlst Du Dich jetzt glücklich?"

DAS ist DIE Frage überhaupt! Die Frage, die andere mir am häufigsten stellen. Wieso eigentlich ausgerechnet mir? Gelte ich, etwa nur weil ich alleine schon eine Transe bin, als Barometer oder Fachperson in Fragen des "Glücklichseins"? Gibt es etwa eine zwangsläufige Kausalität zwischen dem "Transe-sein" einerseits und dem "Glücklich-sein" andererseits? Bin ich in den Augen der anderen, bin ich also auch in Euren Augen nur deshalb eine Transe, weil ich vorher etwa unglücklich war? War ich vorher etwa unglücklich? Oder, bin ich jetzt erst glücklich? Kann ich nur eine Frau sein, weil ich vorher etwa unglücklich war? Ja aber, müßten dann, wäre diese Kausalität implizit gegeben, nicht alle unglücklichen Männer transsexuell werden, um glücklich sein zu können?

"Fühlst Du Dich jetzt glücklich?"

Auch er, mein Jugendfreund, wie hätte es denn letztlich anders sein sollen können, stellte mir also diese Frage. DIE Frage der Fragen überhaupt! Und, Leute, es mag Euch jetzt wie eine Ironie vorkommen, aber ... Scheiße, ... ich kann diese Frage nicht beantworten. Nein, ich kann diese Frage nicht wirklich beantworten. Zumindest nicht persönlich.

"Das Glück - in sich glücklich sein".

Vor vielen, vielen Jahren erwarben meine Erzeuger irgendwo im entfernten Süden Frankreichs fernab jeglichem touristischen Treibens nahe einem wahrlich winzigen Dörfchen ein kleines Häus'chen. Ein kleines Häus'chen etwas außerhalb dieses kleinen Dorfes, welches sich an einen leichten, bewaldeten Hang schmiegt, oberhalb der dort so typischen Weinberge und Lavendelfelder. Das war so in etwa Anfang der siebziger Jahre und ich noch ein "Bub" von acht (8) Lenzen. Und, während der Schulferien, egal ob Sommer-, Herbst-, Winter- oder Osterferien, verbrachten wir unsere Zeit stets dort in diesem damals so kleinen Häus'chen etwas außerhalb des Dorfes mit seinen knapp zweihundert (200) überwiegend älteren Einwohnern alt-ansässiger Familien.

Das Häus'chen meiner Erzeuger hatte damals übrigens kein Telefon, kein Fernseher, kein Bad, keine Toilette, keine Heizung ... Es bestand im wesentlichen aus zwei Räumen im Erdgeschoß und zwei Zimmern im Obergeschoß sowie einem kleinen Keller. Es war ganz früher eines dieser so typischen Bahnwärter-Häuser gewesen. Aus den Steinen der Gegend gebaut.

Wenn man unten zur Türe das Haus betrat, stand man erst einmal in der Küche, oder dem, was Küche sein sollte. Vom Eingang her blickte man gerade aus auf einen großen Kamin, der früher sowohl als Herd und im Winter als Heizung diente. Rechts des Kamins befand sich dann noch das etwas größere Küchen-Waschbecken und, rechts neben der Türe hatte der Vorbesitzer bereits einen Kühlschrank sowie einen Gasherd für Flaschengas aufgestellt.

Leute, in dem ganzen Haus gab es nur dieses eine Waschbecken und nur diesen einen Wasserhahn mit fließend kaltem Wasser! Nein, es gab kein fließend Warmwasser, keinen Boiler ... nichts. Einzigster moderner Komfort bestand darin, daß der Vorbesitzer inzwischen elektrischen Strom vom Dorf her bis zu dem Haus hatte legen lassen und somit in den Zimmern zumindest Licht zur Verfügung stand.

Und, in der Wildnis, dem Gestrüpp des Waldes umher konnte man sich ach so herrlich verlaufen, verirren und verdursten, wenn es im Sommer so richtig brütend, glühend heiß wurde. Handys gab es zu jener Zeit ja noch lange nicht ...

Aus diesem einst so bescheidenen Häus'chen samt riesen großen Grundstück haben meine Erzeuger im Verlaufe der Jahre dann eine Luxusvilla samt überdachten Pool, Wintergarten, Doppelgarage, drei komfortablen Badezimmern, zwei Küchen, Atelier sowie zahlreichen Antiquitäten gemacht.

Doch zurück zu diesem achtjährigen "Bub", der damals Anfang der Siebziger, es war die Zeit von "The Day Before You Came", jeden Sommer dort unten seine Ferien verbrachte und die Euch hier heute als Frau von "Das Glück - in sich glücklich sein" schreibt. Dieser "Bub" also, verbrachte seine Schulferien ein jedes Jahr dort, weit ab der in jener Zeit sehr wohl schon üblichen moderneren Aktivitäten. Entweder er saß in der Küche an dem großen Holztisch und langweilte sich phantasievolle Luftbilder bis in die Hitze der Nacht hinein, oder er spielte draußen auf dem großen Grundstück, oder durchstöberte ganz alleine, nur in Begleitung von Balou, dem Hund, das wilde, ausgedörrte Waldgestrüpp. Spielen? Spielen womit? Bestenfalls mit der eigenen Phantasie sowie einigen trockenen Zweigen und Grashalmen, einigen Steinen und das war's auch schon.

Es war meistens zu den etwas frischeren Morgenstunden oder zu den etwas späteren Nachmittagsstunden, wenn dann die Sonne etwas tiefer stand und die Hitze nicht mehr ganz so unnachgiebig drückte, als immer ein alter Mann aus dem kleinen Dorf seines Weges kam. Das Häus'chen meiner Erzeuger liegt an einem schmalen, geteerten Feldweg, der von dem Dorf aus in die Weinberge hinausführt. Mehrmals, so etwa drei- bis viermal kam dieser alte Mann aus dem Dorf an unserem Haus vorbei und kehrte nach einiger Zeit wieder zurück. Dabei schob er immer eine längliche Schubkarre aus Holz vor sich her, die, aus dem Dorf kommend, leer war. Mit dieser verschand er, langsam laufend, über den stillgelegten Bahndamm und kehrte von dort wieder zurück. Auf dem weg zurück ins Dorf war seine Schubkarre bis oben hin mit Erde und größeren Natursteinen gefüllt.

Es war ein schon sehr alter Mann, stets in seiner langen, blauen Arbeitshose, seinem Hemd, seiner blauen, langärmigen Jacke und auf dem Kopf trug er stets sein französisches Kappi. Nein, er trug nie kurze Hosen, nie kurze Ärmel, egal wie hoch die Sonne das Thermometer steigen ließ. Auf seinem Weg zurück ins Dorf, mit seiner schwer beladenen Schubkarre lief er noch etwas langsamer. Aber stets gleichmäßigen Schrittes. Hin und wieder setzte er seine Schubkarre ab, um kurz zu verschnaufen oder, um sich mit seinem Stofftuch den Schweiß von der Stirn zu wischen. Sah er uns, so grüßte er freundlich und ging weiter.

Ab und zu kam er in Begleitung einer alten, leicht vor gebeugten Frau des Weges. Sie sammelte wohl im Wald irgendwelche Kräuter und gelegentlich auch Wildblumen.  Es war seine Ehefrau und beide waren zu dieser Zeit schon um die achtzig (80) Jahre alt. Und, mit der Zeit kam man miteinander ins Gespräch, lernte sich kennen und anfreunden. Und, eines Tages, wir waren wieder einen Sommer dort in dem Häus'chen, luden uns diese beiden alten Leute zu sich nach Hause ein.

Zu der Zeit war ich, der damalige "Bub", so etwa zwölf (12) Jahre alt und lebte bereits in Madrid, wo ich mit meinem Jugendfreund die Schule besuchte. Leute, ich sage Euch, ich habe eine Welt kennen gelernt, die sich viele heut zu Tage kaum noch vorstellen werden können dürften. Diese beiden alten Leute wohnten in einem uralten Haus aus Natursteinen in einer einfachen Schlichtheit, wie sie faszinierender kaum sein könnte. Es waren zwei wundervolle Menschen, die ihr ganzes Leben in diesem Dorf zugebracht haben. Nur nach ihrer Hochzeit vor über sechzig (60) Jahren hatten sie ein einzigstes Mal das Dorf verlassen und eine kleine Hochzeitsreise gewagt. Nämlich mit dem Landbus bis in die etwa 14 Kilometer entfernte Kreisstadt, um dort eine Woche in einer Pension zu zweit zu sein.

Einen Führerschein besaßen beide nie; ein Auto erst recht nie. Einen Fernseher, ein Radio oder gar ein Telefon gab es in ihrem Leben nicht; erst, als sie mit achtzig (80) Jahren zu ihrem 60. Hochzeitstag einen Fernseher vom Bürgermeister des Dorfes geschenkt bekamen und den sie nur Sonntags einschalteten. Einen Supermarkt kannten sie nicht und hätten sie auch nie betreten, kam doch einmal wöchentlich ein Verkaufwagen durch die Dörfer, der so das allernötigste mitbrachte, auch auf Bestellung. In ihrem Haus gab es zwar seit zwei Jahren auch fließend kaltes Wasser, aber sie vertrauten doch lieber dem kristallklaren Wasser aus ihrem Brunnen, ob zum Waschen oder ob zum Kochen. In der Küche gab es einen großen Kamin mit alter, gußeiserner Kochstelle, einen uralten Holztisch mit den geflochtenen Holzstühlen und an der Decke eine einzigste Lampe. Genauer gesagt eine Fassung mit Glühbirne, weißem Glasschirm und einem Kabel noch mit Stoff-Ummantelung, wie es früher üblich war; mehr nicht.

Zwei Ziegen, ein kleiner Hühnerstall und ein eigener Gemüsegarten rundeten ihr zu Hause ab. Von der Hektik und dem Unfrieden dieser Welt und der zunehmend ach so modernen Zeiten kannten sie nichts. Ja, doch, sie konnten lesen und schreiben. Und, ja, sie holten sich auch jeden Tag bei der Dorfpost die regionale Tageszeitung ab. Aber, die Welt jenseits dieses 200-Seelen-Dorfes war für sie ewig weit, weit entfernt und, sie vermißten nichts. Überhaupt nichts. Sie waren beide gesund bis ins hohe Alter, geistig wach und in ihrem Leben. Leute, die alte Frau hatte keine Zähne ... aber auch nie ein Gebiss. Dennoch, wenn sie lachte, kam es von Herzen.

In ihrem Gemach schliefen sie seit sechzig (60) Jahren in ihrem immer selben Ehebett mit handgefertigter Matratze aus echter Schurwolle, Rosshaar und Leinen gefertigt. Übrigens, auf solch einer Matratze schläft und liegt man auch noch nach über fünfzig (50) Jahren perfekt wie am ersten Tag.

All dies liegt nun schon so viele Jahre zurück und aus dem "Buben" von damals ist die Frau von heute geworden, die jetzt hier sitzt und Euch von ihrem Jugendfreund erzählt hat und von der Frage der Fragen, die dieser ihr, also mir, gestellt hatte. Vor etwa drei Woche gestellt hatte, und die ich im Grunde nicht wirklich beantworten konnte.

Untröstlich, naja, zumindest ein klein wenig untröstlich, bin ich ja jetzt doch schon, die von mir mit dieser Kurzgeschichte geweckten Erwartungen nicht wirklich erfüllen oder beantworten zu können. Zumindest nich direkt. Aber, da gibt es doch etwas; etwas, das ich für mich mitgenommen habe. Mit auf den Weg in mein Leben. Diese beiden alten Eheleute damals in Südfrankreich hatten stets so ein unbeschreibliches, unendlich tiefes, ruhiges und, vor allem, echtes aus ihren Augen strahlendes Glück ... Glück aus sich selber heraus und in sich selber! Ja, es waren zwei Menschen, Gott habe sie selig, die so unbeschreiblich glücklich in sich waren, wie ich es in meinem bisherigen Leben bei noch keinen Anderen erlebt oder erfahren habe.

Das Glück, in sich glücklich sein ... Dieses Glück wünsche ich mir eines Tages auch erfahren zu dürfen.

Und, damit möchte ich diese meine Kurzgeschichte abschließen und wünsche Euch allen noch einen schönen Abend.

Leonora

1 Kommentar 5.11.11 14:15, kommentieren

Staatsschulden

Über 1,5137 Milliarden Sekunden!!! Ja, so lange lebe ich nun schon ... Das habe ich heute im Unterricht (für Steuerfachangestellte) ausgerechnet. Hmm, ... Wozu? WOZU?

Nun, ganz einfach: ich habe dann die ganzen Schulden von Bund, Ländern & Kommunen, die seit meiner Geburt angefallen sind, auf diese meine Lebenszeit umgerechnet; mit dem folgenden Ergebnis: mit JEDER Sekunde, wo ich lebe, machen die Politiker ca. 1377,-- Euro Schulden!!!!!!!!!!!!!!!

Leute, ich meine, wenn ich mir das einmal konkret vorstelle: ich stehe z.B. im Karstadt hier auf der Zeil und würde versuchen, JEDE Sekunde 1377,-- Euro auszugeben ... Schier unvorstellbar ... und eine charakterlose Frechheit von Seiten der Politiker!!! Denn, die machen das ja schließlich auf UNSERE Kosten und, insbesondere auf Kosten der nachfolgenden Generationen ... Wie toll, wenn man in solch eine Gesellschaft geboren wird, in der gewissenlose Geldverschwender im Namen des Volkes die Zukunft unserer Gesellschaft gnadenlos ruinieren!

Und, wenn man dann einem seriösen Untersuchungsbericht entnimmt, daß hierzulande 1,2 Millionen Berufstätige weniger als 5,-- Euro die Stunde verdienen (Vollzeit) und weitere 2,4 Millionen weniger als 7,50 Euro die Stunde verdienen, ... Dann grenzt das alles nicht nur an Zynismus, sondern an fachistoide Menschenverachtung!!!

"Die Würde des Menschen ist unantastbar"????? (Zumindest gemäß Artikel 1 Grundgesetz). Hahahahahaha, das ich da mal nicht ganz laut lachen muß ...

Ich habe durchaus kein Problem damit, daß es Menschen gibt, die mehr, von mir aus auch sehr viel mehr verdienen, als andere ... Aber: Würde ist kein fiktiver, imaginärer oder gar virtueller Wert!!! Und, was vor allem so einige FDPler aktuell zum Thema äußern, erinnert an Zeiten der Sklaverei ...

Aber, keine Sorge, die deutschen obrigkeitshörigen Duckmäuser lassen sich ja noch mehr für dumm verkaufen ... Denn, wer denkt, mit diesem europäischen "Rettungsschirm" seien die Probleme gelöst, der irrt gewaltig ... Das Schuldenmachen wird weiter gehen, nur eben der Zahltag wird erneut hinausgezögert ...

Makaber: in den wenigen Sekunden oder Minuten, wo ich hier diesen Beitrag jetzt verfaßt habe, haben diese Politiker erneut weitere Tausende von Schulden gemacht ... wie ist das denn!?

LeonieC.

 

P.S.:  Innerhalb einer halben Stunde hätten Sie nicht nur die Filiale von Karstadt hier auf der Zeil komplett leergekauft ... sondern fast alle anderen Geschäft auch ..., (wenn Sie über so viel Geld verfügen und jede Sekunde ausgeben würden könnten) ... Und, dann stellen Sie Sich einmal diese Unmengen an Waren vor, die Sie dann "zu Hause" unterbringen können müßten ...

Schier unvorstellbar, oder!?

1 Kommentar 5.11.11 13:47, kommentieren