Märchenstunde 1

Die Legende von der Geld(ver)mehrung

 

Es war einmal ein fernes, entlegenes Land, weit, weit weg auf einem großen Kontinent ... Dort lebten die Menschen überviele tausend Jahre in ihrer traditionsreichen Kultur. Da geb es natürlich so allerlei Leute. Die einen waren Handwerksleute, die anderen Kaufleute, wieder andere Geldverleiher und noch ganz andere Beamte und schließlich gab es dort auch noch die Verwalter.

Die Verwalter sowie die Geldverleiher waren zumeist Studierte, wohingegen Handwerks- und Kaufleute ausgebildete, bodenständige Leute waren. Aber, alle zusammen waren die Gesellschaft, das Volk, ... die sogenannte Solidargemeinschaft.

In dieser Solidargemeinschaft durfte ein jeder sich frei bewegen, frei leben, seine Freiheit und Freizeit selber entscheiden. Die Verwalter waren ja schließlich da, um dafür zu sorgen, daß es der Solidargemeinschaft stets gut gehe und auch in Zukunft gut gehe. Dafür wurden die Verwalter von der Solidargemeinschaft in freien, anonymen Wahlen von der Solidargeminschaft, dem Volk also, auserkoren.

Da sich immer etwas mehr Interessenten und Kanditaten um die Gunst der Solidargeminschaft bewarben, wie man als Verwalter benötigte,  wetteiferten die Kanditaten in zahlreichen Reden, Auftritten und Wettbewerben um die Stimme der Bürger. Ein jeder Kandidat lobte klug ausformulierte Programme und Versprechen aus, wie es der Solidargemeinschaft noch besser gehen könnte. Man könne noch bessere Wege und Straßen bauen. Man könne noch bessere Krankenhäuser errichten. Und vieles, vieles mehr.

Nun befand sich dort einer der Verwalter und wußte nach seiner Ernennung nicht weiter. Den größten, modernsten und wichtigsten Flughafen zu errichten hatte er der Solidargemeinschaft versprochen. Und noch viel mehr: für Alle kostenlos medizinische Behandlung im Krankenhaus. Und noch viel, viel mehr ....

Doch, oh weh, wie sollte er dieses Wahlprogramm jemals alles erfüllen können? Woher all das notwendige Geld bekommen? So wandte er sich in seiner Verzweiflung an einen Finanzjongleur ... (In anderen Ländern, so erzählt man sich, nennt man diese angeblich Finanzberater ...).

Clever wie er war, erfand der Finanzjongleur für den Verwalter ein besonderes Papier auf dem ein elegantes Wappen abgebildet war. Der Verwalter ward erst einmal ganz verwundert. Was sollte das? So erklärte der Finanzjongleur: "Verwalter, Du erklärst auf diesem Papier, daß die Verwalter dem Besitzer des selben bei Vorlage diesen Papieres nach Ablauf von 5 Jahren 1000 Penunzen auszahlen wirst, wenn er Dir heute dafür 900 Penunzen ausleiht." "Die 100 Penunzen, die Du ihm dafür mehr zurückzuzahlen Dich bereit erklärst, sollen ihm Anreiz und Belohnung (Zinsen) sein, Dir heute schon so viel zu leihen."

Da dachte der Verwalter insgeheim für sich: "Keine schlechte Idee ... So soll es denn sein ... Und, wenn in 5 Jahren die 900 ausgeliehenen Penunzen + 100 Zinsen = 1000 Penunzen zurückgezahlt werden müssen, bin ich wohl kein Verwalter mehr; dann muß der Geldleiher sich an die nächsten Verwalter wenden, ... wir sind ja eine Solidargemeinschaft ..." Und, so dachte der Verwalter weiter: "Das ganze nenne ich einfach (Staats)-Anleihe ..."

Es begab sich nun, daß jener Finanzjongleur eine Firma für Sicherheiten gegen allerlei Risiken und Gefahren führte. Ein ganz, ganz Cleverer ... Der Solidargemeinschaft erklärte er, es gäbe Risiken, die den Betroffenen große finanzielle Unkosten bescheren könnten. Sicherlich wolle doch keiner solche Risiken erleiden müssen? Es schaltete viele Werbeanzeigen und Werbefilme ... mit täglichen Risiken für die Bürger.

Viele Bürger fingen an, sich über diese Risiken starke Sorgen zu machen. Sie strömten zu dem Finanzjongleur herbei und fragten:"Finanzjongleur, Du gibst vor, so viel über die Risiken zu wissen. Und über den Schutz dagegen. Dann sage uns, was wir tun können?" Darauf erwiderte der Finanzjongleur: "Ich biete Euch eine neue, private Sicherheits-(Solidar-)Gemeinschaft, indem ihr jeden Monat einen kleinen Teil eurer Penunzen mir leiht. Ich spare sie für euch an und wenn ihr durch ein Risiko Schaden erleidet, bekommt ihr viele Penunzen zum Beheben des Schadens zurück. Und, wenn der Schaden nicht eintriit, bekommt ihr später nicht nur die Penunzen zurück, die ihr mir gegeben habt, sondern obendrein noch mehr: als Bonus, als Belohung. Ich werde für euch die Penunzen, die ihr mir zahlt, vermehren!"

Wow, ... über so viel Finanz-Mathematikus und soviel Schutzklauseln und so viel kluge Reden beeindruckt, kamen viele Bürger zum Finanjongleur und schlossen mit ihm einen Vertrag zur Sicherung gegen Risiken UND zum Vermehren der Penunzen.

So geschah es nun: der clevere Finanzjongleur rief am folgenden Tag bei seinem Kumpel, den Verwalter an und sicherte diesem zu, bereits viele, viele Verträge mit Bürgern abgeschlossen zu haben und viele, viele Penunzen zu haben, die er jetzt dem Verwalter leihen könne. Hocherfreut ging nun der Verwalter zu werke, gab die Staatsanleihe aus, bekam seine vielen Penunzen und konnte das Krankenhaus errichten.

Ja, und nach 5 Jahren meldete sich schließlich der Finanzjongleur bei dem Verwalter zurück und fragte nach den geliehenen Penunzen. Da in der Zwischenzeit die Solidargemeinscahft andere Verwalter bestimmt (gewählt) hatte, mußte der neue Verwalter erst einmal in die Bücher des Vorgänger gucken. Woher die vielen Penunzen für die Rückzahlung nehmen? Ein Krankenhaus verursacht doch zusätzliche Kosten, erwirtschaftet also keine Penunzen, die der Verwalter zum Zurückzahlen verwenden könnte.

Aber, in einer Solidargemeinschaft doch kein Problem, dachte der Verwalter und führte eine allgemeine soziale Solidarabgabe über sogenannte Solidarkassen ein. Und, da dies nicht ausreichte, kam er kurzerhand noch mit monatlichen Abgaben auf verdiente Einkünfte daher. All das taufte man als Steuern, Sozialabgaben usw. ...

Da aber kein Verwalter die Solidargemeinschaft zu sehr verärgern und gegen sich aufbringen wollte, gab auch er zusätzlich neue Staatsanleihen aus ... Eine sooooo tolle Erfindung, diese Anleihen ... sie vermehrten das Geld, ohne das deswegen neues Geld überhaupt erst erwirtschaftet werden müßte ... So wurde es immer mehr und mehr Geld, ... Buchgeld, für das es im Grunde keinen realen Gegenwert mehr gibt ...

WEIL ALLE AN DIE LEGENDE DER GELD(VER)MEHRUNG glauben, die ihnen die Finanzjongleure über zahlreiche Jahre erfolgreich eingeredet hatten: ein Traum, zu schön, als daß er jemals hätte stimmen können, ... doch ALLE HATTEN VON ANFANG AN DIE AUGEN ZU GEMACHT, AN STATT SELBER MAL IN DIE ZUKUNFT ZU RECHNEN.

So, wie der Verwalter sich dachte, das es ja die nachfolgenden Verwalter zu richten haben werden müssen, so dachte die Solidargemeinschaft, müßten es eben die nachfolgenden Generationen der Solidargemeinschaft solidarisch richten. Und, den Preis den dafür ALLE in der Solidargemeinschaft zu zahlen haben, wächst und wächst immer weiter an ... 

Und, es sind schließlich die profitgeilen, raffgierigen Finanzjongleure (einige nennt man angeblich auch Finanzberater oder Bankster), die all diese Papiere, Anleihen, Schuldscheine, Verträge, Kredite usw. in der Hand halten ... und die Solidargemeinschaft die Zeche bezahlen lassen wollen!

In diesem Sinne,

LeonieC.

 

Nachtrag:

Es sollte schon Allen klar sein, das es nicht den einen Buhmann gibt! Es sind nicht einige Regierungen einiger Länder oder nur ein paar raffgierige Bankster für diese enorme europäische Schuldenkrise verantwortlich, sondern WIR alle, die uns gegenseitig vorgegaukelt haben, man könne Geld x-beliebig vermehren, OHNE das es entsprechende Gegenwerte gäbe. Und, das alles nur, um uns ein Leben voller Annehmlichkeiten zu leisten, AUF KOSTEN nachfolgender Generationen ... und, so was wollen gute Eltern, gute Vorbilder, gute Erwachsene sein?

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Chocolat

Chocolat

Nein, nicht etwa das, an was ihr Leser hier jetzt vielleicht so denken möget. Chocolat, so fein, so edel, so verführerisch, so göttlich. Chocolat eben; Chocolat, da denke, da fühle, da schmecke ich sinnlichste, zarteste Schokolaaaade. Etwa diese hauchdünn gehobelten, edel-bitter, splittrigen Täfelchen aus karibisch feurigem Chocolat du Tobago. Chocolat eben.

Oder, jene Chocolat sanft morcheliger, dezent ruchiger Timbre, aus erlesensten Bohnen, edelstem Cacao der Chocolat du Madagascar. Chocolat irgendwo, irgendwie mit einem Grisp zwischen tropischem Humus und vanilisierter Sublimation. Die, jawohl genau die, aus jener entlegenen Provinz ganz im Süden dieser Insel, von der Küstenpiste aus zweihundersiebenunddreißig Kilometer mit dem rostig-maroden Geländewagen über rötlich-beige Pfade landeinwärts holpernd.

Chocolat ... Und, nicht etwa diese verpanschte Schokolade, oder diese verzuckerten Riegel in diesen billigen Läden und Filialen, oder bei diesen neu-modischen Möchtegern-Confisserien, oder diesen überheblichen Pseudo-Gourmet-Tempeln. Nein, Chocolat himmlisch und teuflisch zugleich. So rar, so selten, so besonders einmalig. Chocolat eben ...

So genau weiß ich es auch nicht mehr; vielleicht vor dreißig Jahren? Oder doch vor fünfunddreißig? Egal; auf jeden Fall war es an jenem Tag so sommerlich warm, im Schatten der großen Platanen dösten die heschelnden Hunde und in den Bistros, da saßen bereits vereinzelt die ersten Passanten und nippten an ihrem Pastis. Hier und da klapperten ein paar Teller einer entfernten Küche. Dort drüben spielten einige Jungen mit ihren Murmeln aus Glas. Nein, wahrlich nichts aufregendes in diesem Örtchen namens Verdun-sur-le-Doubs inmitten einer längst vergessenen Provinz entfernt am Rande der nahen Bresse. Richtig, knapp sechzig, siebzig Kilometer nördlich der Bresse. Von dort, wo die berühmten, legendären Poulets de Bresse herkommen.

Chocolat. Es war am noch frühen Nachmittag, meine Großtante hatte mich losgeschickt, etwas Milch, Brot und Mehl zu besorgen. Kurze Hosen, kurzärmeliges Hemd, bequeme Sandalen. Vergnügt in die Sonne blinzelnd lief ich die Straßen entlang zum Geschäft. In der rechten Hand den zerknitterten Zehn-Franc-Schein und in der linken das Einkaufsnetz. Quer über die Rue de Beaune mußte ich, um zu dem kleinen Krämerladen zu gelangen.

Dort am Eingang, dort, ja, genau dort stand er. Er. Eigentlich war das vielleicht doch etwas ungewöhnlich. Oder? Was meint ihr? Naja, er stand nun mal dort und musterte mich, meine kurze Hose, das Einkaufsnetz in meiner Linken, während ich mit einem leichten Kopfnicken den Laden betrat. Warum auch immer ich mit dem Kopf leicht nickte. Ich besorgte Mehl, Brot, etwas frische Milch und, da von den zehn Francs übrig blieb, eine kleine Tafel Schokolade. Die restlichen 'Sous' verkramte ich in die Hosentasche, nahm das Netz und verließ den kleinen Laden. An der Tür hielt ich kurz inne, brach mir ein Stückchen von der Tafel Schokolade ab und steckte es begierig in den Mund. Bei Schokolade kann ich einfach nie widerstehen.

Hmm, ... Er, er stand nicht mehr dort. Nicht mehr dort am selben Eingang, genau dort, wo ich jetzt auch soeben stand. Mit der Schokolade in meinem Mund. Ich drehte meinen Kopf nach rechts, nach links ... doch konnte ich ihn nicht sehen. Also zuckte ich ganz kurz mit den Schultern und begab mich auf den Weg nach Hause. An der Ecke Rue de Beaune bog ich ab und folgte der Rue du Midi; vorbei an diesem kleinen, uralten Café-Patisserie. Irrte ich mich etwa? Nein, ganz gewiß nicht. Meine Augen täuschten sich nicht ... An der schmalen, alten Holztüre mit dem leicht staubigen Glas stand er. Ja, er war's wieder, der dort stand er.

Eigentlich konnte man ihn nicht wirklich übersehen. Ein schlacksiger, schmaler Junge mit diesem typisch französischen, betörenden Schlafzimmerblick. Für einen kleinen Augenblick blieb ich stehen, nickte ihm schüchtern zu und wollte so eben weitergehen, als er mir eine kleine, in weißes Staniolpapier gewickelte Tafel überreichte. Dabei sagte er kein einzigstes Wort, lächelte mich nur verlegen an, streichte ganz sanft über meinen Arm und verschwand hinter der alten Holztüre dieser Patisserie.

Wie elektrisiert stand ich dort, wie in einem unendlichem Traum und nur langsam, ganz langsam blickte ich auf diese Tafel in meinen Händen. Ein Wort, nur ein Wort stand dort in kalligraphischer Druckschrift geschrieben: Chocolat. Nicht mehr und nicht weniger, nur eben Chocolat. Aber, dieser Duft, so unbeschreiblich einmalig, verzaubernd, voller Geheimisse ...

Plötzlich raste ich eilig nach Hause, legte meiner Großtante das Einkaufsnetz auf den großen Holztisch in der Küche und stieg hastig die knarrenden Stufen zu meinem kleinen Zimmer hinauf. Mit stolzer Brust hielt ich diese Tafel in meinen Händen, beäugte sie von allen Seiten und verkniff mir, wild und fest entschlossen, davon zu naschen.  Als wäre sie wie ein Schatz aus purem Gold. Für mich einfach etwas ganz, ganz besonderes. Chocolat eben. Ja, ihr ahnt es wohl schon ... Ich habe sie noch heute! Nach all den vielen Jahren, aufbewahrt in einer kleinen Schachtel aus poliertem Zedernholz in der Schublade meines Nachtschränkchens.

Chocolat. Und, wenn  ich heute, etwa dreißig Jahre danach, abends müde und erschöpft zu Hause alleine im Bett liege, mit einem Hauch von Nichts und nur mit einem Bettlaken zugedeckt, dann öffne ich ganz stillschweigend mein kleines, poliertes Zedernholzschachtelchen ... Chocolat. Welch ein betörender, sinnlicher, berauschender Duft Chocolat verführt mich in ein Meer der Leidenschaft und der Wollust. Wieder, immer wieder spüre ich seine Hand an meinem Arm entlang streichen. Und, plötzlich steht er da. Steht  Er vor mir. Steht vor mir, lächelt mich ganz verlegen an, so wie damals, ohne ein Wort zu sagen. Langsam, eigentlich noch viel langsamer, kommt er näher, beugt sich über mich und seine dunklen Augen blicken tief und tiefer in die meinen hinein. Er nimmt meinen Kopf, fährt wild durch meine Haare und ich spüre seine Hände massierend auf meinem Rücken entlanggleiten. Chocolat. Ich spüre ihn, ich spüre mich. Ich spüre seine vibrierende Haut, seinen heißen Atem. Bis dann sich unserer beider Körper in hinbegungsvoller Bewegung, fast wie schwerelos schweben, ineinander verschmelzen. Fast wie Chocolat, die schmelzend sich ineinander verliert.

Chocolat ... Aber nein, heute wohl eher nicht. Heute werde ich mein kleines Zedernholzschachtelchen wieder zuklappen und zurück in die Schublade legen. Eigentlich verstehe ich sowieso nicht, warum ich Euch allen das hier so erzähle. Schließlich möchte ich Euch nicht unnötig langweilen.

Chocolat ... Doch, eines noch: einige Jahre später, meine Großtante war bereits verstorben, dieses alte Café-Patisserie längst verwaist und ich in Frankfurt zum Studieren, da bemerkte ich auf der Rückseite der Tafel Chocolat einen kleinen Zettel. Dieser war auf der Rückseite unter das weiße Staniolpapier geschoben. So sorgfältig, daß ihn andere wohl nicht sehen sollten? Behutsam, mit einer Pinzette, zog ich diesen weißen Zettel heraus und faltete ihn auseinander. Dort las ich, in der gleichen kalligraphischen Druckschrift, die Worte: "Chocolat véritable", sowie etwas darunter und etwas kleiner den Namen: "Café-Patisserie de la lune".

Mit Bleistift und in krakeliger Handschrift hatte er dazu geschieben: "Die Türe zum Café wird heute Nacht nicht verriegelt sein. Wir haben die ganze Nacht für uns allein ... ich sehne mich nach Dir".

Es ist und bleibt eben immer wieder so eine beinahe makabere Ironie des Schicksals, wenn man sich begegnet und dann doch nicht wirklich begegnet. Glaubt mir, ich habe sämtliche Weltmeere befahren, zahlreiche Inseln kennengelernt, noch mehr Plantagen und Urwälder erkundet. Alle, ich habe wahrlich alle Sorten Cacao ausprobiert, kenne alle nur erdenklichen Mischungen, Sorten, Qualitäten und Rarietäten ... Ich unterscheide die verschiedensten Cacao-Bohnen bereits alleine schon an ihrem aromatischen Duft.

Chocolat. Nein, nach so vielen, vielen und noch mehr Jahren, Jahren der Suche, muß ich erkennen, daß es keine einzigste zweite Tafel Chocolat mehr gibt. Nirgendwo. Auch in jenem verwaisten Café-Patisserie, dessen alte Holztüre ich des Nachts heimlich aufbrach, fand ich nur noch einige wenige, verlorene sowie leere, verstaubte Schüsseln, Schöpfkellen, Gießformen. Spinnweben an den Glasscheiben, in der Ecke ein alter Holzbesen ... mehr war nicht. Keine Bücher, keine Rezepte, keine Bilder, keine Notizen, keine Namen ... Nichts. Keine Hinweise, keine Spuren ...

Doch, ganz hinten in einer kleinen Nische, wo ein Wasch-Lavoir stand, entdeckte ich einen kleinen, vergilbten Zettel, der zwischen dem Türholm und der Wand klemmte. Nur mit Mühe konnte ich die Worte "Chocolat véritable" sowie den Namen "Café-Patisserie de la lune" erkennen. Und dann, ganz schwach noch gerade so zu entziffern, in krakeliger Handschrift die Worte: "Ich werde Dich genauso vermissen, wie Du mich bis hierher vermißt hast".

Chocolat. Mehr ist mir nicht geblieben, Außer eine kleine Tafel Chocolat in weißem Staniolpapier und zwei kleine Zettel ... Chocolat, edel-bittere Erinnerung, zart-splittrige Sehnsucht ...

Bitter-süße Ironie des Schicksals, daß ich ausgerechnet damals meiner Vorliebe für Schokolade widerstand und diese Tafel Chocolat nicht öffnete, um zu naschen ...

1 Kommentar 15.10.11 02:35, kommentieren

Hallo ... endlich wieder Zeit

Nach über einem halben Jahr entdecke ich endlich wieder die Zeit & Muße, hier auf meiner Blog-Seite zu verweilen. Okay, ich hatte etliches in meinem realen Lebensalltag zu erledigen, daß leider definitif keinen Aufschub gestattete ... oder, wo ich mir zumindest selber keinen Aufschub gewähren wollte.

Aber, in den letzten Tagen habe ich endlich meine kreativen Aktivitäten so weit geordnet und zugleich auch meine entsprechende Internet-Präsenz. Auf Facebook (ja, dort bin ich auch, wie so viele andere eben), aber auch wieder hier auf myblog.de,  sowie auf meiner eigenen Homepage.

Und, jetzt im September, ganz aktuell, nehme ich wieder an zwei Benefiz-Lauf-Veranstaltungen hier in Frankfurt am Main teil (Lauf für mehr Zeit sowie Race for the cure) und bereite unter dem Titel "Leonora & Coco" (siehe auch meinen Web-Link auf der rechten Seite) eine kleine Abendshow vor.

Das wär's erst mal für heute von meiner Seite aus.

Mit ganz lieben Grüßen,

Leonora

1 Kommentar 3.9.11 03:45, kommentieren

Der Elefant und das kleine Mäus'chen

Es begab sich vor langer, langer Zeit, in einer Zeit, in der alle Tiere auf Erden noch miteinander sprechen und sich auch verstehen konnten, ... in einem längst vergessenen Zeitalter, verschollen und verschüttet uner der leidvollen Last einer selbstherrlichen Krone der Schöpfung ...

Es begab sich also in jener Zeit, daß in jener ewig weiten, unendlich freien Steppe ein großer, mächtiger, kluger Elefant, der Welten kundig, müde vom langen Wandern sich der Sehnsucht nach etwas Ruhe und Erholung folgend, unter einem uralten, stämmigen Baume in den kühlenden Schatten niederließ.

Aus tiefem Herzen seufzte er in seiner traurigen Einsamkeit, in seiner unerfüllten Sehnsucht nach ... in die kargen, teilweise verdorrten Spitzen der Grashalme, die ihn in die zarte, leicht rosa-schimmernde Spitze seines langen, grauen Rüssels piksten.

Ein tiefes, trauriges, einsames Seufzen, vielleicht ein letztes verzeifeltes aufheulen, während glas-klare, dicke Tränen seinen Augen herunterliefen.

Beunruhigt, wie über ein tiefes Grollen eines gewaltigen Gewitters, wunderte sich ein kleines, weißes, quirrliges Mäus'chen tief unter der trockenen Erde in seiner Höhle über diese traurigen, herz-zerreißenden Seufzer.

Wer mochte wohl dort oben so einsam weinen, so verlassen seufzen, so traurig klagen? Zögerlich, dennoch mit Neugier und beherzt, lugte das klitzekleine Mäus'chen mit seiner frechen, spitzen Nase und seinen blitzenden, schwarzen Knopf-Augen aus seinem engen, schmalen Erdloch.

Groß, noch größer war des Mäus'chens Erstaunen und Verwunderung, ob eines so mächtigen, klugen, weltkundigen Elefanten, so tief in seiner traurigen Einsamkeit verloren.

Vorsichtig, gaaaanz vorsichtig stupste es mit seiner feschen Nasenspitze fresch an den dicken, kräftigen Rüssel des Elefanten und blickte forsch in dessen traurig-blinzelnden Augen.

"Wieso seufzt Du, Du ach so großer, ach so kluger und ach so wissender Elefant, so traurig-klagend in diese verdorrten Grashalme? Ausgerechnet DU?", wollte das kleine, schwache Mäus'chen jetzt nun doch gerne wissen.

Verblüfft und verdutzt ob des kleinen, kecken, lustigen Mäus'chens, schneuzte sich der müde, erschöpfte Elefant und räusperte sich etwas, bevor er nach kurzer Pause nachdenklich anstimmte: "Ach kleines Mäus'chen, mit Euch allen Vierbeinern kann ich reden; Ihr alle könnt mich hören und verstehen; Aber, die Sprache der Zweibeiner, sie kann ich nicht sprechen und sie verstehen mich auch nicht. Sie hören meine Schmerzen nicht, bohren sie mir ihre hinterhältigen Pfeile ihres heimtückischen Giftes in den Leib; sie verstehen mein Klagen nicht, rauben sie mir mit der grausamen Glut ihres gnadenlosen Feuers mein Grasland; sie übersehen meine Verzweiflung, vertreiben und verjagen sie mich in die Ferne:"

Das kleine, weiße Mäus'chen faßte sich ein Herz und mit all seinem Mut kletterte es an den riesigen, gleichmäßig wedelnden Ohren des Elefanten empor, um ihm ganz leise etwas ganz besonderes ins Ohr zu flüstern, so daß niemand es je hätte mit-hören können.

Für einen Moment herrschte absolute Stille, in der man jedes noch so geringste Knistern der kargen Blätter hätte wie ein Brüllen der Löwen hören können. Doch, plötzlich, als wäre ein Komet mächtiger als jede Sonne mit dem jemals lautesten Knall explodiert, röhrte der große, behäbige Elefant mit seinem Rüssel laut in diese unendliche Stille der Lüfte hinein. Ein intensiver Ruck durchzog seinen Körper und im Nuh, als wäre er die zarteste, behendeste Prima-Ballerina, stand er auf allen seinen Vieren.

Mit all seiner groben, aber fürsorglichen Behutsamkeit hob er mit seinem kräftigen Rüssel voller friedfertiger Sanftmut das klitzekleine Mäus'chen wieder vom harten Lehmboden der Savanne auf und setzte es ganz weit oben auf seinen breiten Rücken.

Weit, weit, weit weg trotteten beide und lachten und sprachen viel miteinander; teilten sich jeden Morgen, jeden Mittag und jeden Abend, wenn ihr Magen vor Hunger knurrte, die Gaben auf ihrem Mahl. Brannte die heiße, gold-gleißende Sonne in all ihrer Lebenskraft vom Blauen des Himmels herab, kuschelte sich das kleine Mäus'chen in den schützenden Schatten des dicken Elefanten. Erfrischte sich spritzig und vergnügt planschend der große Elefant im kühlen Nass des Wassers, knüpfte das winzige Mäus'chen aus bunten, frischen Blümelein einen kleinen Kranz und legte ihn hernach dem Elefanten auf den kahlen Kopf.

Des Nachts, müde vom langen, heißen, anstrengenden Wandern in eine glückliche, friedliche, unbekannte Ferne eines Reiches, wo sich Mond und Honig umarmen, blickten beide in den funkelnden Sternenhimmel. Und, während das kleine Mäus'chen auf den süßen Schlaf wartete, lauschte es ganz still den klugen, weisen Worten des weltgewandten Elefanten über das Dasein der Sterne, über das Wesen der Wolken, über den Stolz der Bäume, über den Respekt der Löwen, über die Ordnung im Universum sowie über den rechten Weg der Natur.

So unzertrennlich über alle Zeiten der Wanderung, kam doch auch für das kleine Mäus'chen schließlich die Zeit des Abschieds aus seinem nur kurzen Leben. Da lag es nun so reglos im hohen Steppengras, das blitzende Strahlen aus den schwarzen Knopfaugen verloren. Mit Respekt und Anstand erwies der Elefant seinem kleinen, klitzekleinen Mäus'chen die letzte Ehre, scharrte mit seinem kräftigen Rüssel ein kleines, tiefes Erdloch, legte es mit frischen, bunten Blumen und knackigen Körnern aus und bettete den zarten, zerbrechlichen Körper des Mäus'chens hinein. Er deckte die letzte Ruhestätte wieder langsam zu und schmückte es mit einem letzten, geflochtenen Blumenkranze.

Dann tanzte er in voller Freude, lachte laut und vergnügt und gönnte sich auch noch ein herrlich erfrischendes Bad im kühlen Nass des klaren Wassers.

Voll ihrer Empörung regten sich all die anderen Tiere, ob ihrer Beileidsbekundung anwesenden Löwen, Antilopen, Giraffen, Vögel, ... , fürchterlich über diese lebendige Fröhlichkeit des Elefanten auf und fingen an, ihn heftig zu beschimpfen; er möge sich doch, wie sie, in tiefer Trauer benehmen.

Jedoch, der Elefant ließ sich von den anderen nicht beirren und erwiderte: "Mein kleines, winziges Mäus'chen ist nicht gestorben, auf daß ich unglücklich sein solle. Nein, es ist vielmehr gestorben in der tiefen Hoffnung und mit dem ehrlichen Wunsch, wenigstens einer von uns beiden möge ein glückliches, schönes, buntes Leben finden UND leben. Soll ich Es jetzt, da es verstorben ist, in seiner Hoffnung, in seinem Wunsch UND in seinem Glauben an MICH enttäuschen?"

Da verstummten nacheinander die aufgebrachten Stimmen der anderen Tiere und der Elefant fügte noch hinzu: "Mein kleines Mäus'chen wünschte sich einen glücklichen, lachenden Elefanten. Da werde ich es jetzt nicht fertig bringen, es in seinem Herzen zu verletzen. Es war schließlich die einzigste, die in Zeiten meiner Not, in Zeiten meiner Verzweiflung, in Zeiten meiner traurigen Einsamkeit mir ein ganz besonderes Geschenk, ein ganz besonderes Geheimnis anvertraute!"

Spät am Abend, im sternen-klaren Dunkel der kühlen Nacht wanderte der große, graue Elefant erfüllt voller Glück und Freude alleine weiter bis jenseits aller Grenzen; bis jenseits aller eingesperrten Weiten, in ein buntes, blumiges, lebendiges Reich. Dort, wo sich der Honig verschlungen mit dem Mond ...

Es ward schließlich irgendwann nichts mehr von ihm zu hören, nichts mehr von ihm zu erblicken, nichts mehr von ihm ... Doch, auch er eines schönen Tages am Ende seiner letzten Tage angelangt.

So nahm er in jene weite Ferne mit, was ganz Besonderes ihm sein kleines, winziges Mäus'chen damals ganz leise in sein Ohr flüsterte; ein letztes, ganz besonderes Geheimnis.

Ja, gäbe es da nicht in einer weiten, fernen Welt voller Zweibeiner, deren Sprache keiner mehr wirklich versteht, eine noch viel winzigere Ameise, die zu ihren vielen, vielen Geschwistern und Kindern stolz erzählte: "Und, ich habe es DOCH gehört, was das kleine Mäus'chen dem großen Elefanten damals ganz leise ins Ohr flüsterte: 'bitte, dann bleib doch bitte wenigstens Du meine ..."; doch, ratsch, noch bevor die Ameise ihren Satz vollenden konnte, schnappte ein hungriger, wie ein Blitz vom Himmel herabstürzender Vogel zu und ihre letzten Worte verhallten unverständlich im letzten Odem ihres Atems: "..., denn ich ... Dich!"

Ein letztes, besonderes Geschenk! Vielleicht ein Geheimnis über das Glück im Leben? Doch, niemand wird es je wissen, denn keiner versteht noch die Sprache der anderen.

Mit liebevollen Grüßen,

Leonora Cassandra

(Rohfassung: Frühjahr 2008)

1 Kommentar 24.5.11 18:45, kommentieren

Unendlichkeit im Wald ...

"Nein, ich weiß nicht so ganz recht." "Wieso ich durch den Wald spazieren gegangen bin? Hmm, ... im Grunde kann ich das nicht wirklich so ganz genau erklären." (Pause) "Nein, nicht wirklich; einfach nur so?" (Pause; nachdenklich)

"Ich weiß nicht. Irgendwie, wenn ich so durch den Wald laufe, bewege ich mich durch den Raum. Er öffnet sich vor mir, vor meinen Augen und schließt sich wieder hinter mir."

"Die Wände hier um diesen Raum, in dem wir beide gerade sitzen und uns unterhalten, ist doch nur der verzweifelte Versuch des Menschen, den Raum auf irgendeine Art und Weise erfahrbar, erfaßbar zu machen, ihn irgendwie einzufangen, einzusperren."

"Aber, hier draußen, im Wald spürt man diese Grenzenlosigkeit des Raumes ... Raum ohne Grenzen, weltweit ... bis weithinein in die Unendlichkeit des Universum. Da fühle ich mich zu Hause, wohl und angekommen."

"Überall spüre ich dort die Nähe zu meiner eigenen Welt."

"Eine Uhr, wie diese dort an der Wand, ist doch eigentlich nur der klägliche Versuch des Menschen, die Zeit zu domestizieren, einzufangen, einzusperren."

"Menschen neigen immer wieder dazu, Grenzen zu ziehen, Grenzen zu benötigen, Grenzen zu errichten; dabei begreift er einfach nicht, daß Grenzen nutzlos sind ... denn, es gibt keine, die ewig-während wäre."

"Die Grenzen des Menschen sind das Ergebnis seiner eigenen Begrenztheit; schiere Hilfskonstrukte, an denen er sich in seiner Schwäche festhält und Orientierung sucht/ findet." "So auch die im Grunde irrealen Ländergrenzen ..."

"Aber, auch Zäune, Wände, Markierungslinien ... alles nur Konstrukte, Fiktionen des menschlichen Geistes; alles im Grunde ohne wirklich realen Bezug in einem Raum der zeitlosen Unendlichkeit, der unendlichen Zeitlosigkeit."

Leonie

1 Kommentar 20.3.11 19:02, kommentieren

Nach längerer Pause ...

Nach längerer Pause bin ich endlich wieder hier zurück; es war eben einfach mal an der Zeit, mich etwas mehr in meine kreative Welt zurückzuziehen, um wieder Kraft & Energie zu tanken.

Für neue Ideen, für neue Aktivitäten usw ...

Die Ereignisse in Japan sind nicht gerade angetan, den Menschen so etwas wie Intelligenz oder gar Vernunft zu bezeugen.

Weltweit beharren zahlreiche Regierungschefs darauf, weiterhin die Atom-Energie auszubauen. Wie dement ist denn das?? Wieviele Kernkraftwerke müssen denn noch explodieren, bis Vernunft auf Erden einkehrt? Hallo?! Kommt denn keinem Regierungschef einmal in den Sinn, daß es keine wirkliche Sicherheit geben kann. Auch in keinem noch so hochmodernen AKW. Das Erdbeben in Japan hat doch ganz klar un ddeutlich gemacht, wer letztlich immer "Herr" auf Erden bleiben wird. Und, das ist und wird sicherlich nicht der Mensch sein.

Abgesehen von der Sicherheit der AKW's bleibt noch eine ganz andere Frage ungelöst: wohin mit den zunehmenden Unmengen an radioaktivem Müll? Radioaktiver Müll, der teilweise mehrere zehnttausende bis jahrmillionen braucht, bis er unschädlich geworden ist.

Über die Ereignisse in Lybien kann man auch nur den Kopf schütteln. Nicht nur, daß es einfach schier unglaublich ist, daß ein wahnsinniger Potentat sein eigenes Volk dezimiert und liquidiert ... Die anderen Staaten lassen Wochen verstreichen, bis sie sich endlich aufraffen, eventuell doch einzugreifen.

Also, ich bezeichne so etwas als "unterlassene Hilfeleistung" ... (Insbesondere die Haltung der Deutschen Bundesregierung ...). Wenn also mein Nachbar anfängt, seine eigene Familie zu dezimieren, brauche ich nicht mehr einzugreifen, weil ich ja das Vorbild "Bundesregierung" in der Angelegenheit "Lybien" habe.

In diesem Sinne,

Leonie

1 Kommentar 20.3.11 10:58, kommentieren

Dioxin ...

Da haben wir ihn wieder ... Alle Jahre wieder ... DEN Lebensmittels-Skandal des Jahres. DIOXIN ... in Eiern, im Tierfutter ...

Ja, das ist genau das richtige ... Das brauchen wir doch immer wieder ... oder?! Skandale, und noch mehr Skandale. Skandale und Skrupellosigkeiten ... um JEDEN Preis ... und, natürlich, stets auf Kosten anderer!!!!

Geil!!! Es scheint, als ob wir das einfach dennoch irgendwie "geil" finden. Nein, heute gibt es keine Abenteur mehr, so à la Marco Polo, sondern den ultimativen Fatalismus-Kick ... The ultimate fatal-kick. Also so eine neue Art makaberem Russich-Roulette, nur diesmal mit Dioxin-Eiern ... Hmm, ... Dioxin-Roulette?

Aber, was kann man schon erwarten, in einer Gesellschaft, die ihre Lebensmittel im Discounter einkaufen geht?

"Discount" (engl.) = Rabatt. Discountware ist also Rabattware, im Presi herabgesetzte Ware ... mit einem Wort: Billigware! Rammschware! Im Discounter kauft man ergo Billig- & Rammschware ein.

LEBENsmittel = billige Rammschware????

Sorry, aber wer da noch hochwertige Qualität erwartet, der wird nie kapieren: LEBENsmittel sind für das LEBEN da .... und nicht für den Tod. Lebnsmittel benötigen wir für unser eigenes LEBEN, also für mehr als nur Gesundheit!

Wer mit Lebensmittel spielt, der spielt mit dem Leben. Wer Lebensmittel verpfuscht, der verpfuscht Leben. Wer billige Rammsch-(Lebens.)-Mittel kauft, dem ist sein eigenes Leben im Grunde nichts wert!!!

Lebensmikttel-Panscher kann man sehr wohl als extrem heimtückische Mörder betrachten, verpanschen sie immerhin Mittel zum Leben: Lebesnmittel. In diesem Sinne kann man all jene, die solche Rammsch-Mittel dauerhaft verzehren, als langsame Selbstmörder sehen.

Wie wenig den meisten offenkundig ihre eigene Gesundheit wert ist, merkt man spätestens, wenn man einmal einen Blick in deren Kühlschrank wirft. Uuuuh, was man da sehr oft alles zu sehen oder auch nicht zu sehen bekommt ... Als Ernährungsberaterin kann ich da sehr oft nur noch kopfschüttelnd staunen. Und, über die Ausreden der Leute noch viel mehr ...

Viele erstaunt es derzeit, daß ausgerechnet ich, als Ernährungsberaterin, kein Interess an Kunden habe, die sich jetzt aus Angst oder Panik bei mir melden.  Doch, das könnte ich nicht mit meiner eigenen Überzeugung vereinbaren, jetzt an der Angst anderer und damit an diesem Skandal mit zu verdienen. Nein, ich betreue Kunden, die aus Überzeugung zu mir kommen, weil ihnen langfristig daran gelegen ist, aktiv etwas für ihr eigenes Leben und ihre Fitness zu tun.

Das schlimme an solch einem Skandal sind vor allem die zumeist unbemerkten, fatalen Langzeitfolgen. Insbesondere für Menschen, die sowieso schon an einer chronischen Stoffwechselerkrankung (z.B. Diabetes), an einer Allergie oder an einer anderen chronischen Krankheit (z.B. Mukoviszidose) leiden, bedeuten solche Gifte ganz schlimme Risiken.

In fast allen Kulturen waren / sind(?) Lebensmittel mehr als nur Mittel zum Leben: es waren/ sind Heilmittel (z.B. Kräuter), Potenzmittel, Gottes Gaben, Opfermittel, Zahlungsmittel ...

Salz galt z.B. über zig Jahrhunderte als das weiße Gold der Wüste und wurde, vor allem übrigens in der Wüste, wertvoller gehandelt als Gold.

Viele, viel zu viele haben genau dies in unserer modernen, schnell lebigen Bequemlichkeit vergessen und verlernt. Fast-food sei dank.

Leonie

3 Kommentare 10.1.11 01:35, kommentieren

Silverster 2010 ...

Es war vor etwa genau zwei Jahren, als Emilia durch die Straßen der Innenstadt wandelte. Adventszeit, so kurz vor Heiligabend ... Sie kam von der Konsti und lief die große, breite Straße in Richtung Main-Ufer entlang. Als sie dann auf Höhe des Börne Platzes raschen Schrittes um die Ecke abbog, um von dort in die Battonstraße zu gelangen ...

... wäre sie beinahe mit einer jungen, dunkelhaarigen Frau frontal zusammengeprallt.

Es war am frühen Nachmittag, die Sonne stand am wolkenlosen Himmel und es ging ein leichter Wind. Für einen Augenblick blieben beide verdutzt und irgendwie noch perplex innehaltend stehen, guckten sich kurz an, entschuldigten sich und gingen weiter.

Nur wenige Meter und Emilia vernahm die leicht fröhlich-kecke Stimme der jungen Frau, die es sich wohl anders überlegt hatte, neben sich: "Verzeihung, bitte ... Könnten Sie mir eventuell mit 60 Euro aushelfen?" Mit ihrem unschuldigsten Lächeln in den Augen guckte sie bittend Emilia an. "Ich habe meine Reisetasche beim Umsteigen im Zug ausversehen liegen gelassen. Jetzt habe ich kein Geld und keine Ausweispapiere für die Anschluß-Fahrkarte, um noch vor Montag nach Trier zu kommen."

Sie sei bei ihren Eltern in München gewesen und jetzt wieder auf der Fahrt zurück nach Trier, wo sie studiere ... "Könnten Dir denn dann nicht Deine Eltern weiterhelfen, wenn Du sie anrufst?" ... fragte Emilia.

Emilia, auf dem Weg zur Berliner Straße, unterhielt sich eine ganze Weile mit der jungen Frau und fand Gefallen an ihr. "Auch, wenn Deine Geschichte mir als äußerst ungewöhnlich erscheint, so schenke ich Dir mein Vertrauen und leihe Dir dieses Geld", und mit diesen Worten öffnete Emilia ihre Handtasche, entnahm einige Scheine und gab sie der jungen Frau in die Hand. Diese versicherte, sich vielfach und tausendfach bedankend, das Geld auch wieder zurück zu schicken, erst einmal in Trier angekommen.

Die junge Frau verabschiedete sich und Emilia ging weiter, um noch einige Besorgungen zu erledigen. Es freute sie, einem anderen Menschen eine Freude bereitet und ausgeholfen zu haben.

Schmunzelnd wird der Leser bereits erahnen, ... das Geld kam nie wieder ... Hach, wiiieee naiv und gut-gläubig von dieser Emilia ... Hahaha.

Emilia aber, Emilia hatte einfach ein ganz großes Herz voller Wärme sowie Güte! Und, wer weiß, vielleicht wandelt sie ja noch immer hin und wieder durch die Straßen?

Und diese junge Frau? Was mag blos aus ihr geworden sein? In welch einer Situation mag sie sich nur befunden haben? Hatte sie erdrückende Schulden? Reichte ihr karges Einkommen etwa nicht, um möglicherweise ihren Kindern etwas zu Heiligabend kaufen zu können? Oder, war ihr auf dem weiteren Weg etwas zugestoßen? Ein schlimmer Unfall etwa?

Niemand weiß es; niemand wird es wohl jemals wirklich wissen. Außer sie selber natürlich. Und, Emilia? Wird sie es vielleicht alles erahnt haben mögen? Diese junge Frau, sie erweckte immerhin keinen obdachlosen oder drogen-abhängigen Eindruck.

Warum mag Emilia ihr das Geld geliehen und ihr ihr Vertrauen geschenkt haben? Vielleicht, weil man Vertrauen nur schenken, aber nie ausleihen kann?

Was wissen wir eigentlich schon? Was wissen wir schon über diese beiden Frauen, um uns das Recht meinen herausnehmen zu dürfen, über beide zu urteilen?

Und, jedes Jahr zu Silvester gedenkt Emilia auch dieser jungen Frau und wünscht ihr weiterhin alles Gute ...

Es gibt eben Geschichten ... die sind einfach unbezahlbar.

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Ich, ich weiß nur eines: ich schließe mich an dieser Stelle Emilia an und wünsche nicht nur allen meinen Freunden, Bekannten, Lesern und allen anderen einen guten Start ins neue Jahr 2011, ... sondern auch Emilia und dieser jungen Frau.

Leonie

1 Kommentar 31.12.10 02:57, kommentieren

Schneechaos ...

Eines schon mal vorweg: ich persönlich liebe dieses Wetter zur Zeit hier in Europa. Dieser viele Schnee, diese Kälte, diese magische Unberechenbarkeit ... Okay, ich liebe es auch, wenn die Sonne uns vom Himmel anschaut und man im Warmen am Main-Ufer entlangflanieren kann.

Aber, es gehört doch irgendiwe zu einem richtigen Winter dazu, daß es auch mal so richtig kalt wird und es schneit, schneit und noch mehr schneit ...

Also, wenn ich mir so vorstelle ... Weihnachten, Weihnachtsbaum und -Deko, Stollen, Merry-Christmas-Lieder usw. ... und das alles bei tropischen Temperaturen ... ääh, nein!  Jede Kultur hat sich auf unserer Erde auch immer entsprechend zum vorherrschenden Klima entwickelt.

Egal. Schneechaos, Wetterchaos ... das Wetter stürzt Europa ins Chaos ... Chaos, das Wort der letzten Tage ... Dabei fällt mir immer wieder eines auf: alle beklagen sich über den/ die anderen.

Die vielen Reisenden, egal ob Urlauber oder Geschäftsleute, schimpfen über die ausfallenden Flüge oder Züge ... Die Airlines machen die Bahn, oder die Meteorologen verantwortlich. Die Bahn schiebt die Schuld wieder auf andere ...

Ja, und allen voran die zahlreichen (Berufs-)Pendler in ihren Autos ... sie schimpfen und meckern über lange Staus auf verschneiten Straßen ...

Ja; sicherlich, es stimmt, die Bahn hat sich in vielen Bereichen kaputt gespart, nur weil so ein ehemaliger Bahnchef M. in vollendeter Verblendung den Börsengang erzwingen wollte ... Und, auch an den Airports wäre vieles verbesserungswürdig ...

Ich verreise nicht, ich fahre zur Zeit kein Auto, ich habe keinen Flug gebucht ... wie könnte ich es doch eigentlich ganz schön haben.Eigentlich. Denn, geht man derzeit durch die Straßen, zumindest hier in Frankfurt Main, so liegt allenortens haufenwesie Schnee.

Auf den Gehwegen und Bürgersteigen, vor allem in Wohnvierteln, aber auch in zahlreichen Geschäftsstraßen, ... Schnee, Eis ... wo auch immer man entlangkommt. Kaum ein Fußweg, der wirklich gut freigeräumt wäre. Und wenn, dann nur auf der Höhe des eigenen Grundstücks ... Es wäre ja schon zu viel der Mühe, wenisgtens noch bis zur Bordsteinkannte ...

Aber, hauptsache über die Airlines, über die Eisenbahn oder die Straßenmeisterei klagen und meckern ... während im wahrsten Sinne des Wortes der Dreck, äääh der Schnee vor der eigenen Türe liegen bleibt.

Wie hieß früher einmal eine Redewendung: "Bevor man über andere lästert, sollte man erst einmal vor der eigenen Türe kehren ..."

Aber, genau davon ist zur Zeit absolut nichts zu bemerken ...!!!!

Das Wetter, das läßt sich weder verändern noch exakt vorhersagen ... Das ist auch sicherlich gut so! Aber, diese erschreckende Faulheit, nicht erst einmal (den Schnee) vor der eigenen Türe zu kehren, die ließe sich sehr wohl ändern ... denn, über die entscheidet ein jeder selber!

Alle, die jetzt auf Flüge und Züge warten und frieren, sollte sich erst einmal fragen, ob nicht vor dem eigenen Haus andere Leute zur gleichen Zeit auf dem Bürgersteig am ausrutschen sind ...

Wetterchaos. Schneegestöber,.

Ganz ehrlich: mir ist dieses ehrliche Schneegestöber allemnal lieber, als diese verlogenen Finanz- & Politgestöber auf den internationalen (Geld-)Märkten.

Wie schön wäre endlich wieder ein weißes Weihnachten ... Also, ich freue mich bereits darauf!

Leonie

1 Kommentar 23.12.10 02:37, kommentieren

Weisheit ...

Wissen ist die Macht, das eigene Leben zu verändern sowie die Freiheit, das eigene Leben selbstbestimmt zu leben.

1 Kommentar 23.12.10 02:01, kommentieren