Wie erklärt man einem, von Geburt an blinden Menschen, wie Farben aussehen, was Farben sind ...? Wie kann man eine Farb-Wahrnehmung so in Worte fassen, daß sie ein Blinder ebenso wahrnehmen könnte? Sicherlich, ein Blinder wird verstehen können, daß Gegenstände ein unterschiedliches Aussehen haben ... Aber was Farben wirklich sind ...; und wie sich Farben wirklich erleben ...

Wie kann, wie soll man eine Wahrnehmung, die andere nicht kennen, in Worte? Wie kann man solch eine andere Wahrnehmung anderen wahrnehmbar, erfühlbar, verständlich und erklärbar machen?

Wie würde der Einäugige Leben, wenn alle anderen Menschen von Geburt an blind wären? Sicherlich, er würde sehen, also wahrnehmen, was alle anderen nicht sehen/ wahrnehmen könnten. Aber, wie sollte er den anderen seine Wahrnehmung zugänglich, verständlich, wahrnehmbar machen? Sie, also die Blinden, könnten doch mit den Worten des Einäugigen nicht wirklich etwas anfangen.

Im ersten Moment würde man denken: "naja, der Einäugige kann wenigstens sehen. Dem geht es doch eigentlich ganz gut; ...." . Aber, stimmt das so? Nein, denn er kann sich ja allen anderen nie wirklich mitteilen; also auch in seinen Gefühlen, Ideen, Gedanken, Erkenntnissen usw. nicht.

Und, wer sich anderen nicht wirklich mitteilen kann, warum auch immer, der lebt in vollkommener Einsamkeit. Auch, wenn er nicht alleine ist, so bleibt er aber ein Leben lang einsam. Daran würde sich auch dann nichts ändern, würde der Einäugige sein eines Auge ausstechen. Denn, er könnte auf diese Art und Weise zwar sein Augenlicht auslöschen, aber nicht auch die Erinnerung an seine Wahrnehmungen.

Er bliebe weiterhin in seiner Einsamkeit gefangen ...; lediglich der Tod könnte und würde ihn von dieser befreien, erlösen.

Irgendwie ergeht es mir genauso, wie in diesem Beispiel. Ich lebe von Geburt an mit einer Wahrnehmung, die ich anderen nicht wirklich mitteilen, die ich anderen nicht wirklich zugänglich machen kann. Fehlen doch in der alltäglichen Sprache, der einzigsten, die man mir in der Schule lehren konnte, die geeigneten Worte.

Meine folgenden Zusatzseiten sollten daher als das verstanden werden, was sie sind: ein Versuch, "etwas" (nämlich meine Wahrnehmung) in Worte zu übertragen, wofür es irgendwie keine wirklichen Worte gibt. Dieser Versuch erfolgte mit Unterstützung  aktuellster therapeutischer Ansätze und baut auf modernsten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen auf.

Dennoch: durch meine komplett andere Wahrnehmung lebe ich nun einmal irgendwie in einer komplett anderen Welt. Daher kann auch ich leider nie wirklich meiner Einsamkeit entkommen ...; außer, ich verließe meinen Körper.